Mein Termin zu The Swords of Ditto bei Devolver war einer dieser Termine, bei denen ich vollkommen ohne Vorwissen auftauchte. Also quasi genauso ahnungslos wie sonst auch. Man will sich ja auch mal überraschen lassen im Leben. Und das hat Jonathan Biddle, der eigentlich nur „Bidds“ genannt wird, auch geschafft. Zusammen mit seinem vierköpfigen Team von One Bit Beyond hat er als Game Director ein wunderbares Spiel geschaffen, das sich unter meinen persönlichen Favoriten der gamescom 2017 befindet. Bidds selbst ist natürlich auch begeistert von seinem Spiel, und selbst zu später Messestunde kann er sich immer noch zu einem kleinen Witzchen oder einer interessanten Anekdote zum Spiel hinreißen lassen.

Das Roguelike-Adventure kann man problemlos alleine angehen, aber wie so manches andere auch, macht auch The Swords of Ditto gemeinsam noch viel mehr Spaß. Ich werde fast minütlich mit einer neuen Referenz zu Link’s Awakening aus der Legend of Zelda-Reihe konfrontiert, während mich die liebevoll handgezeichneten Grafiken ebenso häufig laut jauchzen lassen. Dabei war es Bidds wichtig, dass man den Titel auch mit Kindern spielen kann, da auch der Entwickler selbst gerne mit den Kleinsten auf der Couch zockt. Das Resultat ist nicht nur ein weitestgehend gewaltfreies, sondern auch ein äußerst eingängiges Spiel, das dennoch äußerst fordernd sein kann.

Die namensgebende Insel Ditto wird von der bösen Hexe Mormo heimgesucht. Dabei können verschiedene Fähigkeiten, Gegenstände und Aufkleber beim Kampf gegen die Übeltäterin helfen, alles unglaublich niedlich gestaltet und intuitiv bedienbar. Der Spieler kann sich entweder dazu entschließen, die Hexe sofort zu töten (unglaublich schwierig, aber irgendwie machbar) oder erstmal aufzuleveln, Items zu sammeln und Zwischenbosse zu besiegen, die sonst im Hexenkampf im Weg stehen würden. Dabei ist der Titel gespickt mit teils witzigen, teils irrwitzigen Ideen, wie zum Beispiel das magische Kazoo, das einen Schnellreise-Bus beschwört. Ich habe sehr gelacht!

Obschon The Swords of Ditto mit einer Art Permadeath-Mechanik daherkommt, sind alle Spieldurchläufe irgendwie miteinander verwoben und unterschiedliche Ausgänge der Geschichte haben unterschiedliche Auswirkungen auf den nächsten Versuch. Dabei ist ein Durchgang bei erfolgreichem Besiegen der relativ schnell erledigt. Geübte Spieler sind hier innerhalb von drei Stunden durch, Neulinge benötigen etwas länger. Wer jetzt denkt, dass das ein typischer Nintendo-Titel wäre, liegt nicht ganz daneben, allerdings können nur PCler und PS4-Konsoleros in den Genuss des tollen Abenteuers kommen, auf das ich mich schon ganz doll freue.

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gamescom 2017 – The Swords of Ditto was last modified: August 28th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.