Den meisten von euch muss ich nicht besonders viel über Pizza Connection erzählen. Bereits zwei Installationen der beliebten Wirtschaftssimulation haben weltweit Fans für lange Zeit vor den Monitoren gehalten. Der letzte Teil erschien allerdings bereits vor 17, weswegen es langsam Zeit für Nachschub wird. Hierfür haben sich Assemble Entertainment mit dem Entwicklerstudio gentlymad (kennt man durch ihren düsteren Plattformer In Between, vertrieben durch Headup Games) zusammengetan. Der jüngste Spross wird sich namenstechnisch nahtlos in die Reihe einfügen und heißt ganz klassisch nur Pizza Connection 3.

Der Inhalt allerdings wird gewaltig. Ich durfte auf der gamescom eine knappe Stunde mit Matthias Guntrum, CTO und Co-founder von gentlymad zusammensitzen und eine Vorabversion von Pizza Connection 3 anschauen. Dabei fiel mir auf, dass das Grundgerüst zwar steht, aber noch viel Arbeit zu tun ist. Dennoch lässt sich klar erkennen, welche Linie gentlymad hier verfolgen, so dass dem Release im Frühjahr 2018 (sofern nichts verschoben wird) eigentlich nichts mehr im Weg stehen sollte.

Das Konzept ist einfach: Der Spieler baut eine Pizza-Franchise auf und muss sich gegen Konkurrenten in seiner Stadt behaupten. Insgesamt sieben Metropolen, unter anderem Paris, Rom, London oder Sydney werden hierfür zur Verfügung stehen. In einer 12 Kapitel umfassenden Kampagne oder im freien Spiel mit eigenen Modifikatoren kann der Spieler hier zeigen, welches ökonomische Genie in ihm schlummert. Denn es ist nicht damit getan, einfach nur Pizzen zu backen. Zunächst muss ausgekundschaftet werden, welches leerstehende Restaurant sich am besten dafür eignet, eine Pizzeria zu eröffnen. Dies ist abhängig von frequentierenden Anwohnertyp der bis zu 1000 digitale Seelen fassenden Stadt. Davon gibt es insgesamt sechs Stück, beispielsweise Superreiche, Touristen oder Teenager. Letztere werden vor allem im Bereich von Schulen angetroffen, so dass Matthias Guntrum sein Lokal direkt neben einer solchen Einrichtung platziert. Schnell noch das Layout des Restaurants angepasst, mit Möbeln bestückt und schon kann es an den meiner Ansicht nach spaßigsten Teil gehen: Das Kreiren der Pizza.

Dafür haben gentlymad für Pizza Connection 3 eine Art „Pizzateigsimulation“ geschaffen. Dies erlaubt dem Spieler, die Form des beliebten Gerichtes nach Belieben zu verändern oder sogar mehrteilige Küchlein zu formen. Anschließen wird mit Soßen und Zutaten die Pizza den Vorlieben der zu erreichenden Zielgruppe entsprechend belegt (Teenies mögen vor allem Käse und Salami), der Preis angepasst und die Köstlichkeit auf die Karte gesetzt. Bevor der Laden allerdings öffnen kann, müssen wir Angestellte anheuern. Der Arbeitsmarkt preist diese mitteln zwei Eigenschaften an: Geschwindigkeit und Qualität. Je höher die Werte, desto höher ihr Gehalt. So erstellen wir Zeitpläne für Köche, Lageristen und Kellner (später werden hier wohl noch Fahrer für Lieferdienste folgen) und können das Restaurant endlich eröffnen.

Der Einflussbereich unserer Pizzeria ist leider nicht ausreichend, um die Schule zu erreichen, so dass viele Schüler nach Unterrichtsschluss lieber nach Hause gehen, als ihr Taschengeld in unser Unternehmen zu stecken. Ergo müssen wir Werbung machen. Dafür können Litfaßsäulen mieten oder Maskottchen anheuern. Geldgierig wie wir sind, entscheiden wir uns auf unserem gamescom-Termin für ein Maskotten in Form eines Pizzastücks, das die Schüler direkt am Haupttor der Schule abgreift und gekonnt in unser Restaurant umleitet. Wie kaufkräftig und zufrieden unsere Kunden sind, können wir den umfangreichen Statistiken entnehmen. Ich liebe Statistiken. Ein Verlaufsdiagramm zeigt ganz genau, wie rentabel der Betrieb ist und zeigt Löcher in der Planung auf.

Das wäre ja alles kein Problem, wäre da nicht die Konkurrenz, die ebenfalls den Pizzamarkt in der Stadt besetzen möchte und unter Umständen gute Kunden abgreift. Pizza Connection wäre nicht Pizza Connection, wenn nicht wieder Mafia-Methoden mit im Spiel wären. In der Vorschauversion auf der gamescom konnte ich noch keinen Einblick in selbige erhalten, allerdings versicherte mit Matthias Guntrum, dass da einiges kommen würde. Unter anderem wird man die Gegner hier mit schmierigen Hetzkampagnen auf Facebook diffamieren können. Keine klassischen Mafia-Methoden also, sondern modernen, zeitgemäßes Mobbing.

Gentlymad ist es wichtig, dass Pizza Connection 3 dem Spieler viele Freiheiten bietet. So soll das Spiel später in einem gewissen Rahmen Mods zulassen können. Beispielsweise können hier bestimmte Presets der Städte verändert werden. Einwohnerzahlen, Prozentsätze der bestimmten Bevölkerungsgruppen, Kaufkraft und noch mehr. In einem späteren Stadium soll hier sogar eine Steam-Workshop-Anbindung erfolgen.

Pizza Connection 3 erscheint im Frühjahr 2018 für alle Desktop-Systeme (PC, Mac, Linux) und wird vor allem eure CPU belasten. Dies liegt an der Crowd-Simulation, die jeden Bewohner einzeln in Echtzeit berechnet. Denkt also dran, vor dem Kauf drauf zu achten, ob euer PC das Schätzchen auch wirklich packt. Die Präsentation hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich darauf, das Ding nächstes Jahr selbst spielen zu können. Und dabei Pizza zu essen.

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gamescom 2017 – Pizza Connection 3 was last modified: August 24th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.