Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich an dieser Stelle wiederhole, aber: VR ist großartig! Die Grafik ist da eigentlich egal, denn solange der Spielspaß stimmt, kann man sehr lange sehr große Freude in der virtuellen Realität haben. Auch wenn mich die Worte „Star Trek“ bei der Ankündigung von Ubisofts VR-Streich Star Trek: Bridge Crew in höchste Verzückung brachten, so sehr schien auch das Konzept des Spiels nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Gut, dass ich auf der gamescom 2016 eine Stunde des VR-Titels, der am 29. November das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird, spielen konnte, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Die Grundlage des Spiels ist einfach: Vier Crewmitglieder sitzen auf der Brücke eines Föderationsschiffes und bekommen einen Notruf über die Kommunikationskanäle rein. Ich weiß schon gar nicht mehr, was das war, ich glaube aber, dass irgendwelche Siedler gerettet werden mussten. Das Drumrum nämlich war um einiges aufregender als das Briefing durch das Spiel. Unser Captain instruierte nämlich alle drei übrigen Crewmitglieder, wie ihre Aufgaben aussehen. Ich war der Steuermann und somit verantwortlich für das Navigieren der USS Aegis. Die anderen Mitspieler schlüpfen in die Rolle des Engineers und der taktischen Offiziers. Somit hat jeder seine zugewiesenen Aufgaben und weiß grob, was er zu tun hat.

Das letzte Wort hat aber immer noch der Captain, der in unserem Fall zwar genau weiß, was er da macht, es aber mit den unerfahrensten Greenhorns diesseits des Jupiters zu tun hat. Ich fliege also irgendwie Zickzack in meine Warpschneise und ziehe irgendwelche Hebel während mein Nebenmann so tut, als wäre er eine Frau. Wir haben noch nichts erreicht aber bereits das witzigste Hands-On einer gamescom EVER erlebt. Klar, dass wir unverrichteter Dinge wieder abziehen und die Siedler in einer Supernova zerbersten, aber ich habe selten so sehr gelacht.

Star Trek: Bridge Crew wurde in dem kleinen Kämmerchen auf der Oculus Rift inklusive der zugehörigen Motion-Controller präsentiert, Ende November wird der Release allerdings auf allen Plattformen, also auf Oculus, HTC Vive und PlayStation VR erfolgen. Trotz der einigermaßen simplen Grafik ist der Spielspaß unglaublich hoch, auch dadurch, dass die Steuerung so sehr intuitiv erfolgt. Die Bedienung der bekannten Kontrolltafel ist so einfach, wie ein iPad dazu zu bringen, zu tun, was man möchte, so einfach die Bedienung hier aber auch ist, so schwierig ist es, tatsächlich herauszufinden, was welcher Knopf macht und sich voll und ganz darauf zu verlassen, dass der Captain seinen Job auch richtig macht.

Das Spiel wird zu Release wohl ein Vollpreistitel werden, was mich kurz innehalten lässt. Ist der Preis wirklich gerechtfertigt? Welchen Umfang wird das Spiel haben? Wird es eine Kampagne oder „nur“ den Multiplayerpart geben? Oder bezahlt man lediglich die Star Trek-Lizenz kräftig mit?

So oder so: Gespielt wird das Ding. Ich hoffe, dass der Mehrspielermodus auch zwei Wochen nach Launch noch so sehr bevölkert sein wird, dass es möglich sein wird, hier tatsächlich zu spielen. Gerade VR-Titel werden zum Start hin aufgrund der mangelnden Hardware bei vielen Spielern eher mittelmäßige Verkaufszahlen und entsprechende Serverpopulationen aufweisen können wird. Trotzdem: Star Trek: Bridge Crew ist eines meiner Spiele der gamescom 2016!

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Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.