Dungeons and no Dragons„, so das Konzept der tschechischen Entwickler von Warhorse. Ihre Vision: Ein Rollenspiel, das möglich nah an der historischen Vorlage Böhmens im Jahre 1403 ist: Kingdom Come: Deliverance.

Dabei ist der Verzicht auf Magie essentieller Bestandteil des übrigens Gameplays. Anstelle von Feuerbällen muss der Spieler sich auf das Meistern von Schwertkampf und das Schießen mit dem Bogen konzentrieren. Dass dies alles andere als einfach ist, sollte klar sein, zumal das gesamte Spiel aus der First-Person-Perspektive bestritten wird. Dabei ist das Ausweichen und Blocken der gegnerischen Schläge enorm wichtig, denn bereits wenige Treffer haben den unmittelbaren Tod der Spielfigur zur Folge.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Heinrich, dem Sohn eines Schmieds, der inmitten einer gefährlichen Zeit aufwächst. Sigismund, König von Ungarn, genannt „Der rote Fuchs“, beutet Böhmen aus, um sein Königreich mit dessen Reichtümern zu bereichern. Wichtig hierbei ist, dass Heinrich immer der Sohn eines Schmieds bleiben wird und niemals einen wichtigen Teil der Geschichte spielen wird. Man wird zwar hautnah miterleben, welchen Lauf die Ereignisse nehmen, man wird stärker und erfahrener, aber man wird immer nur der Sohn eine Schmieds bleiben. Kein Lord, kein König, kein Kriegsherr.

Kingdom Come: Deliverance ist wirklich wunderhübsch. Der Titel basiert auf einer sehr stark modifiztierten Unreal Engine, damit die 16 Quadratkilometer topografisch vollkommen korrektes Gelände auch performant dargestellt werden können. Dabei werden im finalen Spiel ca. 30 Stunden Spielzeit möglich sein, in denen man jeden Fleck der großen Spielwelt bereisen kann. Momentan befindet sich der Titel noch in einer sehr frühen Phase. Sehr viel Content, Landschaft, aber auch das dynamische Wettersystem oder die versprochenen Large-Scale-Battles stehen noch aus. Letztere reizen mich ja besonders. Realistische Schlachten mit vielen huntert NPCs? Count me in! Leider ist das Spiel einzig auf die Single-Player-Erfahrung ausgelegt. Große Prügeleien à la Chivalry mit anderen Mitspielern werden also nicht stattfinden.

Grundsätzlich finde ich Kindom Come: Deliverance extrem spannend, doch aufgrund des extremen Realismusgrades (auch historisch gesehen) ist der Titel wohl schlussendlich doch eher etwas für Hardcore-Fans des Genres. Oder Geschichts-Fans. Mal abwarten, was da noch so kommt!

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gamescom 2015 – Kingdom Come: Deliverance was last modified: August 9th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.