Die Franzosen von Eugen Systems sind große Fans vom Strategie-Klassiker Command and Conquer: Generals. Vom ersten. Nicht vom zweiten. Weswegen das unter der Regie von Focus unters Volk zu bringende Act of Aggression sehr stark an den RTS-Hit von 2003 erinnert.

Beim Start des Spiel bietet sich ein gewohntes Bild: Eine Basis, Ressourcen, eine große Karte. Es gilt, den Gegner durch cleveres Haushalten und geschicktes Bauen von Anlagen und Einheiten, dem Erdboden gleichzumachen. Wer beispielsweise Ruse oder Wargame – beide von Eugen – gespielt hat, weiß genau, dass das nicht so einfach werden wird. Denn auch AoA ist, dank des komplizierten DEFCON-Systems, für Einsteiger zunächst ein Spiel mit sieben Siegeln. Und selbst AI-Gegner auf der Stufe „sehr einfach“ sind schon ein ziemlicher Beißer.

Zum Glück aber spielt man nicht nur Skirmish-Fights gegen Computer- oder reale Gegner. Denn hier trennt Eugen Systems ganz bewusst die beiden Sparten: Multiplayer und Kampagne. Während in den Mehrspielermatches die gewohnt freie Auswahl  aus Gegnern, Teams, Restriktionen und anderen Einstellungen besteht, ist die Kampagne nur offline. Genaue Details sind hier noch nicht bekannt. Die Beispielmission, die wir gezeigt bekommen, sah aber schon spaßig aus.

Ein Soldatentrupp auf einer staubigen Straße bekommt die Aufgabe, eine Dame namens Zhang Yua dingfest zu machen. Wir rücken vor, erledigen Rebellenschützen und Bösewichte mit Raketenwerfern und merken schnell, dass das Fandom von Generals klare Spuren hinterlassen hat. Alles wirkt sehr vertraut. Während sich unsere Zielperson unter großem Beschuss aus dem Staub macht, müssen wir aus dem Auto der Gangsterchefin Beweise sichern. Drei Minuten hat der Ausflug in die Welt der Solokampagne gedauert, spätere Missionen sollen wesentlich länger dauern und auch um einiges schwieriger werden.

Wenn aber der Spieler ausreichend an die Hand genommen wird, kann ich mir aufgrund der Eindrücke, die mir auf der gamescom präsentiert wurden, zusammen mit den Eindrücken, die ich aus der momentan laufenden Beta gewinnen konnte, gut vorstellen, dass das Ding ziemlich Spaß machen wird. Und im Gegensatz zum schwierigen Mehrspieler-Modus könnten auch Einsteiger schnell ein Grinsen ins Gesicht bekommen. Denn so nüchtern der Titel zunächst aussieht, umso mehr fallen die kleinen Details auf, die die Entwickler hier verbaut haben. Keine fancy Laserwaffen, keine neonfarbenen Explosionen, dafürtolle Animationen und ein faires Balancing. Nur die (konterbaren) Superwaffen der jeweiligen Fraktionen wirken im Vergleich zum Rest etwas übertrieben. Ein Grund mehr, diese regelmäßig in die gegnerische Basis zu jagen und sich am Feuerwerk zu ergötzen.

Old-School-Freunde kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Ich als absoluter RTS-Noob, der aber schon seit Jahren mit Leidenschaft, aber ohne jegliches Können bei der Sache ist, hatte auch meinen Spaß. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Teil entwickelt und wie schlussendlich die finale Kampagne aussehen wird.

Auch interessant

gamescom 2015 – Act of Aggression was last modified: August 9th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.