„Are you a playing person or a watching person?“ – Der freundliche PR-Mensch aus Quebec schaut mich fragend an. Eine Sekunde später weiß ich dann auch selbst bescheid. Ich bin eine playing person. Ich darf spielen, während ein Kollege – höchstwahrscheinlich äußerst neidisch – neben mir stehen und zuschauen muss.

(Die beschriebenen Spielszenen sind ebenfalls im Gameplay-Trailer am Ende des Artikels zu finden)

farcrybox1280FarCry 4 – Das Logo flimmert noch kurz über den vor mir an der Wand aufgehängen Bildschirm, dann geht es auch direkt los. Ohne langes Gerede stürze ich mich von einem schneebedeckten Berghang und schwebe mit meinem Flughörnchen-Gleiteranzug hinüber auf die andere Seite, vor die Tore eines Truppenlagers. Dort warten, neben einem Kommandeur, den ich mit einem Messer töten muss, viele, viele böse Buben auf mich.

Ich möchte ja jetzt nicht angeben, aber ich hab das echt souverän gelöst. Ich bin nur ungefähr zehn Mal fast und 17 Mal wirklich gestorben, aber irgendwann lag auch der Kommandeur auf der Erde, ein Wurfmesser im Kopf. Also nehme ich die Beine in die Hand und springe erneut von einer Klippe, den Gleiteranzug als überlebensnotwendiges Utensil am Körper. Dieses Mal dauert mein Flug durch die Schluchten des Himalaja etwas länger. Ich werde beschossen. Weiße Lawinen prasseln knapp an mir vorbei. Ich bin in Sicherheit.

Fade to Black.

Das Logo flimmert erneut über den Bildschirm. Der PS4-Controller und meine Hände sind etwas feucht. Was für ein Ritt. Ich möchte den Steuerknüppel gerade zur Seite legen und mich für das Erlebnis bedanken, als der PR-Mensch aus Quebec Luft holt und beginnt, mir die nächste Spielszene zu erklären. Es geht also weiter. Oh Gott. Noch mehr Adrenalineinschuss? Ich bin unsicher, ob mein altes Gamerherz das verkraftet.

FC4_PRE-GAMESCOM_SLA_TIGER_COMPANIONShangri-La. Eine mythische Welt mit hübschen Lichteffekten tut sich vor mir auf. Ich trage nun kein Maschinengewehr mehr, sondern einen Bogen, der, sobald gespannt, die Zeit verlangsamt und somit relativ unkompliziert Kopfschüsse ermöglicht. An meiner Seite eine Art Geistertiger, der schurkige Schergen auf Kommando anspringt und ihren digitalen Tod herbeiführt. Das vereinfacht das Überleben in den gegnergefluteten, quietschbunten Levelabschnitten zwar etwas, ich stelle mich dennoch viel zu glatt an, als dass ich in der mir zur Verfügung stehenden halben Stunde das Ende dieser Sequenz hätte erreichen können.

Der PR-Mensch aus Quebec beruhigt mich. Ich sei wohl einer der besseren Spieler, sagt er. Wie viel Wahrheit in seinen Worten steckt, weiß nur er selbst. Was ich weiß: FarCry 4 macht Spaß, wie es nur FarCry kann. Genau wie beim Vorgänger geben sich traumhafte schöne, schrecklich ernüchternde und lächerlich witzige Situationen die Klinke in die Hand. Stealth-Einlagen, monumentale Feuergefechte, abstruse Flugeinlagen – Die kurze Demo, die ich genießen durfte, sah nicht nur hübsch aus, sondern verlangte mir auch alles ab – besonders das Spielen mit dem PS4-Controller, den ich (noch) nicht gewohnt bin.

Jetzt bin ich neben einer playing person auch eine excited person. Danke, PR-Mensch aus Quebec.

FarCry 4 kommt am 18.11. raus. Kaufen!

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gamescom 2014 – FarCry 4 was last modified: August 18th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.