CD Project Red lud zum Umtrunk auf der gamescom. Mit im Gepäck: „The Witcher 3 – Wild Hunt“.

Das polnische Entwicklerstudio CD Project Red katapultiert sich momentan tagtäglich ein wenig höher in der Gunst der Fachpresse und der Spieler. Nicht nur ihre wunderbaren Spiele und ihre Einstellung gegenüber Kopierschutzmaßnahmen sind hier ausschlaggebend, auch der konstante Biernachschub im muckeligen Präsentationsraum, der mehr einem Kino glich, ließ mich im Geiste bereits Topnoten für ein Spiel vergeben, dessen Release wohl noch in weiter Ferne liegt: The Witcher 3 – Wild Hunt.

Mit einem polnischen Heimatbräu in der Hand schauen wir also dabei zu, wie zwei Entwickler an der Stirnseite in Leinwandnähe ihr übliches Procedere runterbeten. Man muss bemerken: Es war Freitagnachmittag, wir schauten die letzte Präsentation der gamescom 2013 an; Die beiden Polen haben also schon mindestens 456 Mal ein und dieselbe Vorstellung abgezogen. Sie hatten mein Mitgefühl. Ein PC an einen HD-Beamer angeschlossen zaubert wunderhübsche Bilder vor unsere Augen; Der erste Eindruck: „Meine Fresse.“

Während der eine Kollege uns bestimmte Features, Kämpfe und Cutscenes präsentiert, erzählt der andere uns ein paar Takte dazu. Besonders bemerkenswert: The Witcher 3 wird ungefähr 32 Mal größer sein als Teil zwei, der ja bereits ein umfangreiches Ausmaß besaß. Netto soll der Spieler also an die 100 Stunden Beschäftigung finden. Hier scheiden sich die Geister: Ist das zu groß? Inwieweit das Spiel letztendlich tatsächlich ausufert, wird man erst nach Release beurteilen können, aber immerhin bekommt man hier noch etwas für sein Geld.

6_A_single_wolf_might_not_be_a_problem-but_Geralt_needs_to_be_on_top_of_his_game_when_he_squares_off_against_a_whole_pack_of_these_bloodthirsty_creatures.Gezeigt wurde aber vor allem Eines: bekannte Rollenspielkost. Meiner Ansicht nach gab es nichts zu sehen, was man nicht irgendwo bereits zu Genüge gesehen oder gar selbst gespielt hat. Das darf man jedoch keinesfalls falsch verstehen, denn das Gezeigte war durchweg auf einem sehr hohem Niveau, obwohl es lediglich eine Pre-Alpha-Version zu bestaunen gab. Die präsentierten Gebiete wurden liebevoll und detailgetreu in einem nordischen Stil gemodelt und mit Leben gefüllt. Die einzelnen Zauber- und Kampfeffekte sahen auf der Leinwand wahrlich zuckerös (Schnauze, das Wort gibt’s!) aus. Da war es auch zu verschmerzen, dass die Details in der Ferne trotz der äußerst hohen Sichtweite merklich abnahmen und Bäume, Sträucher und Häuser sogar völlig verschwanden. Auch der zwischenzeitliche Absturz wurde von den Jungs gekonnt mit einer kurzen Bierpause überbrückt und nach einer kurzen Ladezeit konnte die Präsentation an exakt der gleichen Stelle fortgesetzt werden. Alles work in progress eben.

Jeder Kampf hat Bosskampf-Charakter

Witcher_3_Fiend

Wir konnten Geralt von Riva über die Schulter schauen, wie er die offene Spielwelt bereiste, eine prächtige Festung betrat und danach in einer kleinen Nussschale auf die Skelige-Inseln übersetzte, wo er kurz nach seiner Ankunft in einer kleinen Ruine von einem Fiend angegriffen wurde, der sich jedoch nach einem minutenlangen Kampf aus dem Staub machte. Nach dem Kampf wurde vom spielenden Mitarbeiter nochmals unterstrichen, dass dieser Fiend nur ein normaler Gegner ist, der in der großen Welt dutzende Male zu finden sein wird, und keinesfalls mit einem Bossgegner verwechselt werden sollte, wie sich gegen Ende der Präsentation noch zeigen sollte.

Summa summarum: The Witcher 3 wird pompös. Da wird an keiner Stelle gegeizt, sondern geklotzt bis der Hexer kommt. Das Gezeigte lässt auf ein ausuferndes Rollenspiel voller Möglichkeiten und Ideen hoffen.

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gamescom 2013 – The Witcher 3 – Wild Hunt was last modified: September 4th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.