Joes halbe Stunde mit Lara Croft auf der gamescom. Über Möpse, Dschungel und eine tolle Gameplay-Demo.

Ein halbe Stunde mit Lara Croft

»Tomb Raider«… Da war doch was! Genau: Titten. Mal ehrlich: Die Jungs, die 1996 den ersten Teil der Reihe spielten, kamen nicht drumrum, den Nacktpatch (ja, gab es wirklich) zumindest mal auszuprobieren, schließlich war Lara Croft, die Hauptfigur, mit einem paar spitzer Polygonbrüste gesegnet, die aber auf das Spielkonzept ansonsten keinen Einfluss hatten. Eine starke Frau, die mit allerhand Waffen Wölfe, Fledermäuse und Dinosaurier das Zeitliche segnen ließ.

Die Jahre zogen ins Land, die Brüste wurden runder und »Tomb Raider« (Profitipp: Wird „Tuhm Räider“ ausgesprochen) avancierte zur festen Institution in der Spielebranche mit Lara Croft als Aushängeschild. Nun erfährt die Reihe einen Reboot und – wie das nun mal ist – bekommt außerdem eine Vorgeschichte spendiert. Unter dem Namen »Tomb Raider« (kein Witz) wird »Tomb Raider« nun erneut unter die Nacktpatcher Spieler geworfen. Der gute Joe auf der gamescom und hat das Ding mal angespielt.

Alleine im Dschungel

Ein kleiner, wohlklimatisierter Raum, vier Monitore und ebenso viele Gamepads. Ein junger Mann mit Brille macht sich an Tisch 2 Notizen und drückt ab und an hektisch auf die Knöpfe während er sich ab und an den Schweiß von der Stirn wischt. Die anderen drei Plätze sind leer; Ich habe also die freie Auswahl. Ich wähle den ersten Tisch zu meiner Linken. Ich komme mir ein wenig vor wie im Casino, denn bei diesem Tisch habe ich ein besonders gutes Gefühl. Ich greife den Controller (Uh, Xbox, sehr gut!) und werde ohne Intro direkt ins Spiel geworfen.

Anscheinend ist ein Flugzeug abgestürzt, in dem auch die gute Lara saß. Warum kriege ich kein erklärendes Video? Egal. Lara scheint verletzt zu sein, überall Qualm, Feuer und Wrackteile. Humpelnd kämpfe ich mich, auf der Suche nach Überlebenden, an Abgründen vorbei, springe über Abgründe und erlebe dabei eine Lara, die ich bisher noch nicht kannte. Sie hat Angst, weiß nicht, was zu tun ist. Zwar hat sie anscheinend Survivalerfahrung, aber mit dem tatsächlichen Kampf ums Überleben wurde die junge Version der Heldin wohl bisher noch nicht konfrontiert.

Ich finde eine Feuerstelle, die ich mit meinem letzten Streichholz auch direkt entfache. Ähnlich wie beim grandiosen »Dark Souls« ist das Lager hier eine Art Anlaufstation, man muss den Symbolismus einfach lieben. Allerdings kann Lara hier speichern und Upgrades kaufen. Die junge Dame hat jetzt Hunger, aber bisher habe ich aber noch keine Waffe, was sich allerdings im nächsten Spielabschnitt ändern soll. Im Baum hängt eine Leiche, die – oh Wunder – einen Bogen im Gepäck hat. Also schnell ein paar Pfeile gesammelt und los geht’s. Zunächst töte ich einen Hirsch – dadurch bekommt ich als Spieler direkt ein Tutorial wie die Waffe funktioniert und Lara kann sich den Wanst mit leckerem Wild vollschlagen. Eine klassische Win-Win-Situation.

Wie? Schon vorbei? („That’s what SHE said!“)

Es folgen Szenen, in denen ich Wölfe abballere, generisch irgendwelche Bauteile sammle und anschließend von bösen Männern gefangen genommen werde. Das klingt jetzt vielleicht super langweilig, ist aber – und ich benutze dieses Wort nicht oft – hervorragend inszeniert. »Tomb Raider« sieht nicht nur wirklich klasse aus und spielt sich wirklich intuitiv, die dynamischen Animationen und die wahnsinnig hübsche Umgebung lassen mich bewundernd meine Augenbrauen heben. Sämtliche Zwischensequenzen sind filmreif umgesetzt, der Funke springt hier sofort über.

Leider ist die gamescom-Demo viel zu schnell vorbei – ich hätte gerne viel, viel mehr von dem Spiel gesehen, besonders Late-Game-Content hätte mich brennend interessiert. Nicht alleine der interessanten Story wegen, sondern vor allem, wie die Spielmechanik der beliebten Sprung- und Kletterrätsel, die ja alle Teile der Serie als beschreibendes Element inne hielten, den Spielfluss tangieren. Ich bin jedenfalls sehr, sehr gespannt auf den Titel und bin sicher, dass Square-Enix mit dem Reboot ein ganz, ganz heißes Eisen im Feuer hat. Und damit ist nicht nur das Spiel gemeint.

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gamescom 2012 – Tomb Raider was last modified: September 4th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.