Metal ist endlich im Mainstream angekommen… Moment. Was?

Dass Rob Halford ab und an unter Geschmacksverirrungen leidet, wissen wir Älteren ja noch zu gut aus seiner Zeit mit Fight… Da fügt es sich doch nahtlos ein, dass der gute Mann direkt auf dem Opener des neuen Five Finger Death Punch-Albums The Wrong Side of Heaven and the Righteous Side of Hell Vol. 1 zu hören ist. Vol. 1 deshalb, da die fünf Sunnyboys aus L.A. meinen, die Welt gleich mit einem Doppelalbum beglücken zu müssen (Teil 2 wird in wenigen Monaten folgen).

Den „Beweis, dass Heavy Metal durchaus im Mainstream angekommen ist“, sollen 5FDP laut Presse-Info erbracht haben. Soso… Naja, die Aussage sei mal dahin gestellt… Fakt ist aber, dass das Album mit seiner Produktion auf jeden Fall dem Mainstream-Metalhobbit runtergehen wird wie ’ne Dose Relentless-Plörre. Gefällige Arrangements, schön auf „rockig-br00tal“ getrimmt, werden mit Mitsingmelodien aus der Konserve gemixt. Alternative-Einheitsbrei, getreu dem Motto „voll dynamische Songs, mit ruhigen Parts in der Strophe, aber total agressivem Chorus, super innovativ und so“…

Mehr „Fucks“ als Phil Anselmo und Zakk Wylde zusammen von sich geben, dazu auch noch ein Duett mit Körperkunst-Opfer Maria Brink von In This Moment… Beste Vorraussetzungen also, um von der durchtunnelten und in Tinte getränkten Zielgruppe mit einer Wall of Death empfangen zu werden. Ein bisschen Hüpfgroove macht aber noch lange kein gutes Album aus, da kann auch das Speedmetal-Riff am Anfang von Burn MF nix mehr raushauen. Zudem lassen die tiefgestimmten Klampfen jeglichen Druck vermissen und klingen wie bei allen anderen Vertretern eurer Stilrichtung auch: nämlich absolut austauschbar. Sorry, Jungs!

Achja: Max Cavalera sollte es wohl in einem Song auch noch richten (I.M. Sin), aber der bekommt ja seit Chaos A.D. nichts mehr auf die Kette (ja, Roots war schon scheiße!).

Um ein Fazit im Gamer-Jargon zu ziehen: diese Scheibe hat die Badassitude eines defekten Claptrap beim Versuch, eine Treppe zu erklimmen…

Ihr wollt wissen, woher dann die drei Punkte kommen? Den ersten gibt’s, weil man mich mit Teil 2 noch ein paar Monate verschont, den zweiten dafür, dass Gastsänger Jamey Jasta mit Kirk Windstein befreundet ist und den dritten für ein paar ganz okaye Soli hier und da.

Jetzt brauch ich aber erstmal ne Dosis Nickelback ;)

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Five Finger Death Punch – The Wrong Side of Heaven and the Righteous Side of Hell Vol. 1 was last modified: Juli 24th, 2013 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.