Die Zombies sind los! Diese und weitere kreative Ideen im Praxis-Test zum Coop-Klopper aus dem fernen Frankreich.

Gerne erinnern wir uns an Al Bundys Weisheiten zurück, beispielsweise an das unvergessene Gebot „Es ist falsch, Franzose zu sein.“ Noch viel falscher ist es allerdings, ein Zombie zu sein, denn die bekommen in Final Exam, dem neuesten Machwerk der französischen Mighty Rocket Studios, ordentlich Backenfutter.

Identitätskrise eines Videospiels

finalexam_screenshot_04Grundsätzlich bin ich ja ein großer Freund von unkomplizierten 2D-Scrollern mit ausgereiftem Belohnungssystem. Von links nach rechts latschen, Bösewichte kloppen und Waffen upgraden, bis der Zombiearzt kommt. Final Exam möchte gerne so ein Titel sein, denn im Ansatz stimmt das Konzept: Eine Schule wird von Untoten Horden heimgesucht (oder so) und fortan läuft der Spieler als einer von vier spielbaren Charakteren von links nach rechts und verkloppt Bösewichte. So weit, so gut. Jedoch fällt ab Level eins auf: Viele unnötige Laufwege lassen den eingängigen Prügelspaß schnell frustig werden, zu hoch ist die Redundanz der spärlich durchdachten Levels, die den Menschen am Controller zu oft kreuz und quer durch die Gänge latschen lassen. Warum hier kein kontinuierlicher Spielfluss mit weniger überflüssigem Backtracking zustande gekommen ist, wissen nur die Designer selbst, fest steht aber: So macht das keinen Spaß.

Die zu bewältigenden Missionen sind so doof, die schwimmen sogar in Milch. Bringe Objekt oder Person X zu Ort Y um weiterzukommen. Diese Aufgaben machen nicht immer unglaublich viel Sinn, und sind obschon des gewollt witzigen Stils oft nur nervig. Trotz des Umstandes, dass man bis zu drei Freunde mit auf die Zombieparty bringen kann, verfliegt bereits in Level zwei. Schuld daran sind die wählbaren Charaktere, die sich nicht wirklich von einander unterscheiden und auch nur begrenzt nützliche oder bemerkbare Fähigkeiten mit sich bringen.

Zusammen ist man weniger untot.

finalexam_screenshot_01Bei allem Meckern muss ich allerdings den Coop-Modus als solches lobend hervorheben. Die Verbindung klappt lagfrei ohne jedes Problem und bleibt auch über die Stages hinweg bestehen. Dabei kann man sich sogar per eigenem Ingame-Voice verständigen, idealerweise hat man aber ohnehin seine Freunde zum Metzeln rekrutiert und kommuniziert über die Sprachplattform seines Vertrauens. Ist aber eigentlich auch nicht nötig, denn letztendlich läuft die Planung ohnehin aus dem Ruder und jeder macht, was er will. Klappt nämlich auch so. Denn dadurch, dass selbst ganze Gegnergruppen – sofern sie auf einem Fleck stehen – auf einmal verprügelt werden können, ist der Schwierigkeitsgrad nicht sonderlich hoch und auch für die sogenannten Casual-Gamer durchaus geeignet. Dabei wird am PC (Steam-Version) vollste Unterstützung des Xbox-360-Controllers mitgeliefert, wobei man sich (egal ob am Keyboard oder am Gamepad) erst an die umfangreiche Steuerung gewöhnen muss. Final Exam spielt sich, als wäre es gerne ein Twin-Stick-Shooter, eine zusätzlich notwendige Betätigung des Triggers verkompliziert die Bedienung allerdings etwas, was in brenzligen Situationen durchaus ein Problem werden kann. Wegspringen und zurückschießen würde in diesem Fall eine Betätigung vierer Tasten erfordern.

Fazit

final-exam-pc-ps3-xbox-360-screenshots-8Zusammenfassend ist es schwierig zu sagen, wem ich Final Exam empfehlen würde. Ich war etwas enttäuscht ob der unverständlichen Maßnahmen innerhalb des Spiels, aber dies rührt wahrscheinlich daher, dass ich bereits etliche Titel dieses Genres gespielt habe und meine quintessenziellen Präferenzen herausgefiltert habe, die das Spiel leider nicht trifft. Ich hätte es gerne gemocht, denn das Potential ist vorhanden. Demzufolge könnten Neulinge des Genres aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades und der schnell zu erlernenden und gut reagierenden Steuerung durchaus ein temporär neues Lieblingsspiel zu einem guten Preis (ca. 10 Euro Releasepreis) bekommen. Aber auch hier gilt: Erst die Demo testen, dann entscheiden. Zehn Euro sind viel Geld.

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Final Exam was last modified: Dezember 5th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.