Ihr habt es vielleicht (hier) gelesen: So langsam wird die Zeit knapp. Mein Ziel, dieses Jahr 300 Filme zu schauen, ist kurz vor dem Nicht-erreicht-werden. Nach momentanem Stand habe ich 212 Filme gesehen, also müssen im letzten Quartal 2014 noch 88 Streifen vor meinen Äuglein flimmern. Da mir vor etwa einem Monat die Filme ausgingen, habe ich meinen Testmonat Amazon Prime Video eingelöst, in der Hoffnung, dass der Anbieter nicht nur eine breite Auswahl an Filmen offeriert, sondern auch Features liefert, die mich unter Umständen fesseln könnten.

Ich starte also Chrome, um in der Auswahl zu stöbern. Leider finden sich hier nur einige wenige aktuellere Blockbuster, der Rest des Angebots ist – wie bei anderen Plattformen auch – geflutet mit schlechten B-Movies, billigen Erotik- und Horrorstreifen und anderen Flicks, von denen ich noch nie gehört habe. Der Rest ist Videothek von der Stange und bot mir nur wenige Möglichkeiten, interessante Filme zu sehen, die ich nicht bereits in meinem Portfolio verzeichnen konnte.

Außerdem ließ mich ein Manko den Kopf schütteln: In meinem Chrome-Browser, der sonst alles wiedergeben kann, crashte das Silverlight-Plugin jedes Mal. Jedes. Mal. Das bedeutete für mich, dass ich zum Filme schauen extra einen anderen Browser – in diesem Falle den Internet Explorer – starten musste. Deswegen musste Amazon letzten Monat lediglich als Fallback und nicht als Hauptlösung herhalten. Für mich ein absolutes No-Go, denn auch googlen half mir nicht weiter. Mein Einfall, die Filme per versprochenem Chromecast-Support direkt aus der Android-App auf meinen Fernseher zu beamen, ging ebenfalls in die Hose. Die App spielt zwar ohne Mucken die Filme auf dem Android-Gerät (in meinem Fall ein HTC One M7) ab, die Möglichkeit des Streamings auf den Chromecast fehlte allerdings völlig. Ebenso die angekündigte Möglichkeit, Filme im Originalton anzusehen. Kopfschüttelnd musste ich also meine geringe Auswahl umständlich über den Internet Explorer abspielen und somit meinen Rechner zum Filme schauen anlassen. Unglaublich.

Dabei ist die Bedienung mehr als umständlich und die Darstellung der Filme vollkommen unübersichtlich. Dazu muss man vielleicht sagen, dass ich lange Zeit Watchever nutzte, bis ich auch hier an die Grenzen des Angebots stieß. Klar – jemand, der ein Prime-Abo des Prime-Angebots wegen hat, wird das Zusatzangebot des Videostreamings dankend annehmen; Jemand, der nur eine Streaming-Plattform sucht und den Prime-Status als Addon nimmt, wird hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ständige dreiste Angebote, den Film oder die Serie zu Fantasiepreisen zu „kaufen“ runden das Gesamtbild ab. Bei aller Liebe und bei all den anderen tollen Leistungen, die Amazon sonst so auf den Tisch legt – Das VoD-Angebot ist irgendwie Rotz. Klar schimmert hier und da ein toller Film unter all dem Gelumpe hervor, im Gros betrachtet ist Prime Video aber leider nicht für mich geeignet.

Zudem bin ich kein großer Seriengucker. Ich habe meine wenigen, ausgewählten Lieblingsserien, aber mit Dingen wie Big Bang Theory, Teen Wolf und Two and a half Men kann man mich jagen. Community, House of Cards, Sherlock – die besten (subjektiv!) Serien fehlen hier völlig.

Dafür stimmt allerdings die Qualität. Sobald der Stream in Fahrt gekommen ist, ist das Bild fabelhaft. Ebenso habe ich bei den wenigen Filmen, die ich durch meine 100MBit-Leitung streamte, nicht einen Verbindungsabbruch erlebt. Lediglich zwei Mal musste der Internet Explorer nachpuffern; Etwas, was ich beim Konkurrenten Watchever schon ganz anders erlebt habe. Dennoch: Eine Videoplattform, die 3.5 / 5 Sternen für Adam Sandlers aller, aller, aller, aller, ALLER schlechtesten und schlimmsten Film (Der Chaos-Dad) erlaubt, KANN und WILL ich nicht ernst nehmen.

Ich werde bald wohl mal auf Netflix – jüngst in Deutschland gestartet – schauen, was die Mädels und Jungs da zu bieten haben. Bis dahin bediene ich mich wieder der BluRays und DVDs aus der hiesigen Videothek um mein Pensum zu halten.

Alle Bilder sind Screenshots von Amazon.de

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Filmtagebuch: Ein Monat mit Amazon Prime Video was last modified: Oktober 7th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.