Ich war zunächst etwas verwirrt, als ich den jüngst erschienenen Everafter-Band mit der Nummer 2 aufschlug. Die Story, die sich hier auf den ersten Seiten entfaltete, war nicht nur mittelmäßig gezeichnet, sondern auch vollkommen aus dem Kontext des Vorgängerbandes gerissen und verwirrend erzählt. Ich war schon drauf und dran, den Comic wieder zuzuschlagen und mich anderen Geschichten zuzuwenden, als Lilah Sturges und Dave Justus, die bereits schon für die Story des ersten Bandes von Fables: Everafter verantwortlich waren, das Ruder wieder rumreißen und mich durch einen fantastischen Plot, der unerwartet über den gewohnt frischen Artstyle explodierte zurückholen konnten.

Ein Trio Jugendlicher gerät unverhofft an drei magische Artefakte, die an der Plano South Senior High ein dermaßenes Chaos anrichten, dass die Schattenspieler, eine von Feathertop gegründete Spezialeinheit hier schnell ihren ersten Einsatzort findet. Bobby Fleckland, ein Mensch, der selbst zur Fable wurde, sitzt, zusammen mit den drei Geiselnehmern und den Geiseln in der Schule fest. Diese wurde von innen magisch versiegelt, damit die drei Schurken hier drin ihr Unwesen treiben können, was sie auch skrupellos ausnutzen. Im Laufe der Story gewinnen die Ermittler vor dem Ort des Geschehen mehr und mehr Erkenntnisse, was wirklich da drinnen vor sich geht.

Nach dem schwachen Start geht Fables: Everafter Band 2 sehr schnell sehr stark und punktet mit tollen Ideen und holt grafisch das auf, was im ersten Teil verloren ging. Die Vorgeschichte von Bobby Fleckland hätte man sich sparen und dafür den interessanten Mittelteil, vor allem nach dem großen Twist, etwas länger gestalten können. Dafür ist das Cover mitsamt seinem partiellen Glanz-Spotlack auf semimattem Papier wirklich toll umgesetzt, auch wenn ein anderes Motiv – die beigefügte Covergalerie bot da genügend Auswahl – wahrscheinlich hübscher gewesen wäre. Immerhin besteht der 148 Seiten starke Sammelband aus sechs Einzelausgaben (Everafter 7 bis 12, Mai 2017 bis Oktober 2017) des amerikanischen Originals mitsamt tollem Artwork. Aber auch ohne tollen Titel ist Fables: Everafter Band 2 echt okay. Kein Meisterwerk und auch mit Sicherheit keines meiner liebsten Hefte 2017, aber für mich ein guter Punkt, um mit dem Lesen der Reihe aufzuhören. Ich bin sicher, dass einige Hardcorefans Everafter weiterhin die Stange halten werden, für mich hat es leider nicht gereicht.

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Fables: Everafter – Es war einmal… #2 was last modified: Januar 3rd, 2018 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.