Viel zu lange war es still um die Fables. Wer die Comicreihe gelesen hat, kennt auch den Grund dafür. Aber es gibt eine Welt nach Everafter, in der sich Magie unkontrolliert ausbreiten kann. Die Schattenspieler, eine Organisation, die eine Mischung aus MI6 und Men in Black zu sein scheint, versuchen, diese Gefahren einzudämmen. Ihr neuester Agent ist Connor Wolf, der Sprössling von Snow White und Bigby Wolf, der eine sehr nützliche Fähigkeit besitzt. Er kann sich in jedwedes Lebewesen verwandeln, das er jemals gesehen hat. Leider ist Connor für einen richtigen Geheimagenten etwas zu unerfahren und ungestüm, weswegen er auf seiner ersten Mission selbstverständlich viel zu schnell in Gefahr gerät.

Der erste Sammelband von Fables: Everafter trägt den Titel „Das Pandora-Protokoll“ und enthält die ersten 6 Bände (November 2016 bis April 2017 im amerikanischen Original) der neuen Reihe. Erster Autor des Schätzchens ist Dave Justus, der bereits als Schreiberling für die Wolf Among Us tätig war. Viel Erfahrung – im Vergleich zu Branchenkoryphäen wie Mark Millar zum Beispiel – bringt Justus nicht mit. Sein bisheriges Schaffen allerdings – dazu gehören auch Public Relations (2015) und Muirwood (2015) – unterstreichen das Talent des Schreibers. Zusammen mit Matthew Sturges* der mit Justus an Wold Among Us schrieb und zudem Comics wie Jack of Fables und Doctor Who (Omnibus und A Fairytale Life) im Kerbholz hat, wurde mit Fables: Everafter eine Reihe geschaffen, die dem großen Vorbild absolut gerecht wird. Nicht nur ist die Story um den jungen Connor Wolf vielschichtig und spannend, auch ist sie unglaublich toll gezeichnet.

Penciller Travis Moore und Colorist Michael E. Wiggam formen eine Welt, die vor Dynamik nur so strotzt. Toll gestaltete, verschachtelte Panels mit strahlenden Farben machen das Lesen zur Freude. Besonders gut haben mir die blutigen Szenen gefallen, die fast schon an Horror-Comics erinnern. Entsprechend ist der 148 Seiten starke Sammelband für Kids absolut nicht zu empfehlen. Die Detailverliebtheit, mit der hier gearbeitet wird lässt die zusätzliche Kurzgeschichte „The Amazing Szymon“ (Zeichner: Steve Rolston) im Appendix fast flach und langweilig aussehen. Vom Stil her ist Fables: Everafter nicht mein Lieblingscomic, allerdings spielt das Schätzchen hier definitiv in der Oberliga mit und es würde mich nicht wundern, wenn er neue Fans für die Fables-Stories gewinnen würde.

Für 16,99 Euro bekommt der Leser hier 148 Seiten. Gerade Fans der originalen Fables-Reihe sei der Gang zum Buchhändler oder der Klick auf amazon oder Panini wärmstens empfohlen.

* Matthew Sturges (er/ihm) ist mittlerweile unter dem Namen Lilah Sturges (sie/ihr) bekannt. Die Kurzgeschichte „The Amazing Szymon“ schrieb sie unter ihrem neuen Namen (seit Dezember 2016). Matthew Sturges wurde im Artikel als dieser benannt, da der Comic Fables: Everafter unter diesem Namen erschien.

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Fables: Everafter – Es war einmal… #1 was last modified: Juni 13th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.