Zombie-Mutanten auf dem Mars in einer Videospieladaption mit „The Rock“? Wow. Das klingt nach Trash! Oder doch ein filmisches Meisterwerk mit solider schauspielerischer Leistung? Wir sagen’s euch!

Manchmal krame ich gerne in alten Dingen, die längst vergessen geglaubt wurden. Alte Reviews (so wie dieses hier!), alte Videokassetten. Speziell fallen mir aber immer wieder Relikte aus der Zeit von IPX/SPX-Netzwerken, Klötzchengrafik auf Röhrenmonitoren und The Rock, als er noch hauptberuflich im Ring stand, in die Hände. Mitte der Neunziger war das so.

Wir spulen vor: Zehn Jahre später. The Rock steht nicht mehr im Ring, sondern vor der Kamera, und schauspielert fröhlich die Uralt-Klötzchengrafik in die reale Welt. Statt Dämonen aus der Hölle gibt’s aber diesmal merkwürdige Zombie-Mutanten auf dem Mars, die munter an der mageren Story knabbern. Ein Team von Top-Soldaten, angeführt von Der Fels, hüpft durch ein Portal auf den Mars um mal die dortige Basis durchzuchecken.

Huch! Mutanten! Na sowas…! Da wird geballert und gebissen was das Zeug hält. Im Takt des Gewehrfeuers hagelt es hirnlose Machosprüche, die nicht mehr Nährwert haben als das, was trotz Abwischen übrig bleibt. Zwischendurch wird noch krampfhaft versucht, etwas Tiefgang reinzuknüppeln, was ziemlich gezwungen wirkt und letztlich ohnehin niemanden so wirklich interessiert. Die wichtigen Faktoren sind hier: Mars, Geballer, Gespratze. Vielleicht noch ein oder zwei Explosionen zwischendurch. Allerdings stammt das Ganze aus dem „Metzel-1×1“, das schon seit Generationen unter Regisseuren weitervererbt wird und so langweilig ist wie die erste Staffel „Golden Girls“. Der Endkampf ist 1:1 von Seite 213 kopiert und langweilt mich einfach zu Tode! Zwei Supermutantenmenschen, die sich gegenseitig durch Wände werfen? Ernsthaft? Hier bekommt die Tagline des Films eine völlig neue Bedeutung… „Hier kommt keiner lebend raus“ – Nicht mal der Zuschauer.

Der Grusel-Faktor

Dunkle Gänge, Kanalisation – GÄHN! Da schockt mich wirklich gar nichts mehr, habe ich auch schon über das kalte Kotzen hinaus gesehen. Warum Filmemacher immer wieder die gleichen Szenen auf meine gereizten Augäpfel loslassen wie Kampfhunde auf den Kinderspielplatz. Das gruseligste an Doom war die schauspielerische Leistung aller Beteiligten. Bitte nicht falsch verstehen: Ich liebe The Rock. Aber ein guter Schauspieler ist er nun wirklich nicht. Karl Urban, der auch mal durchs Bild hüpft, übrigens auch nicht.

Oh, es gibt auch bemerkenswert coole Sachen, ob man es glaubt oder nicht. Zum einen wurde ein witziges Detail verbaut, das aber wohl eher Insidern und alten Videospielhasen auffallen wird. Der Chef-Wissenschaftler-Zombie-Mutant heißt „Dr. Carmack“. Haha. So wie in John Carmack (Mitbegründer von id-Software, also einer der Leute, die das Doom-Game gemacht haben). Naja. Wenigstens haben sie’s versucht.

Die zweite Sache, und das einzige, das mir nach 6 Jahren, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, im Gedächtnis geblieben ist, ist diese halb-gut gemachte First-Person-Szene. Karl Urban wacht auf, krallt sich sein Gewehr und rennt durch die Gänge und ballert billige Zombies in Stückchen. Auch hier: Ziemlich gewollt, halbherzig umgesetzt.

Die BFG kommt auch vor (spielt aber leider nur eine Nebenrolle), wird zwei Mal in die Wand gefeuert und gut ist. Langweilig.

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Doom was last modified: Dezember 29th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.