Was macht man mit einem Spiel, von dem es schon vier Teile gibt und der letzte Teil mittlerweile fünf Jahre alt ist? Man fängt einfach wieder von vorne an!

Meine Fresse, gab es 2010 einen riesigen Aufschrei, als der neuste Devil May Cry-Teil vorgestellt wurde. Naja, nicht auf Grund der Tatsache, das es endlich einen neuen Teil geben sollte, sondern eher weil Dante nicht aussah wie Dante. „Emo“ und „Hipster“ haben sie ihn genannt. Man sprach von der großen Boykottierung des Franchise. Doch drei Jahre später sieht alles anders aus. Alles, bis auf Dante.

Was für ein Ninja? Ich dachte es geht um Dante.

Wer traut sich überhaupt an den Reboot einer so gefeierten Serie? Ich sage es euch, die Herrschaften von Ninja Theory stecken dahinter. Vielleicht denken sich jetzt einige: „Scheiße, die haben doch Ninja Gaiden 3 so verhauen!“ Ganz ruhig, das war Team Ninja. Ninja Theory sind die kreativen Köpfe hinter Enslaved: Odyssey to the West und Heavenly Sword. Wie man sieht, haben die Jungs viel Erfahrung auf dem Gebiet der Hack and Slay-Spiele. Dementsprechend hatte ich keinerlei Zweifel daran, dass DmC ein gelungenes Spiel wird. Als sie dann auch noch davon sprachen, Dantes Jugend zu beleuchten, hatten sie mich ganz in ihrem Bann.

„Fick dich!“ – „Fick DICH!“

Halb Engel, halb Dämon

Die Jugend von Dante – halb Engel und halb Dämon – zu beleuchten und nebenbei eine neue Storyline aufzuziehen ist also die Mission von Ninja Theory. In den ersten drei Missionen klappt dies noch super. Man sieht das Kinderhaus des Hauptcharakters, seine Eltern und das Wiedersehen mit seinem Bruder. Das wird mit gemalten Bildern und sauber gemachten Zwischensequenzen visualisiert. Möglich macht dies die bekannte Unreal Engine. Diese sorgt auch dafür, dass jedes Level einfach fantastisch zerstört aussieht. Denn im so genannten Limbo, einer Art Parallelwelt in der Dämonen herrschen, ist nichts am rechten Platz. Da ist der Fluss dann mal an der Decke und tropft von oben runter, oder ein Baum schwebt einfach so herum. Der YOLO-Gedanke wird hier nicht nur kundgetan, sondern auch gelebt. Aber kommen wir zur Story zurück, welche leider ab der fünften Mission ein wenig nachlässt. Denn ab hier kommen fast nur noch so genannte „One-liner“ aus Dantes Plappermaul; Da liefert man sich einfach nur noch kindliche Wortgefechte mit den Endgegnern. Natürlich ist Dante kein Poet, aber ein wenig mehr Niveau könnte schon vorhanden sein. Zudem ist die Hauptstory mit 20 Missionen recht kurz, macht dafür die kurze Spielzeit mit allerhand Humor, Action und extrem coolen Stunts wieder gut.

Spiel durch! Was nun?

Soll ich einfach direkt zum nächsten Spielekracher wechseln? Auf keinen Fall, denn DmC bietet nicht nur sechs (!) Schwierigkeitsgrade, sondern auch multiple Sammelobjekte und noch einen Arschvoll mehr Secrets. Die Schwierigkeitsgrade lassen sich nach und nach freischalten, am Anfang unterscheidet es sich noch zwischen „Mensch“, „Dämonenjäger“ und „Nephilim“. Später kommen dann noch „Son of Sparda“, „Heaven or Hell“ und „Hell or Hell“ dazu. Wer es also besonders kniffelig mag, sollte „Hell or Hell“ ausprobieren. Wer hier getroffen wird, stirbt sofort. Frei nach dem Motto: „Der Tod ist Dir gewiss, doch die Stunde ungewiss“. Und wer die Sammelobjekte sammelt, bekommt noch allerlei Achievements. Gebt es doch zu, heutzutage ist der Gamerscore ein Push für das eigene Ego.

Zwei Profitipps.

Ich muss euch noch zwei Tipps ans Herz legen. Erstens: Spielt das Spiel auf Englisch! Einfach in den Einstellungen der Xbox/Station, die Sprache der Konsole auf Englisch stellen und schon könnt ihr DmC richtig genießen. Denn die deutsche Synchro ist wortwörtlich scheiße. Einfach monoton und einschläfernd drübergesprochen. Und falls euer Englisch nur so gut sein sollte, wie das von Lothar Matthäus, dann stellt euch noch die englischen Untertitel ein. So komplex ist die Story ja auch nicht und die „One-liner“ von Dante versteht man auch so. Mein zweiter Tipp bezieht sich auf die Ladezeiten von DmC. Ihr müsst das Spiel unbedingt installieren, ansonsten quält ihr euch mit langen Ladescreens rum (Joe spielt von Disc, der Idiot).

Einmal Nr. 15 Dämonengeschnetzeltes Süß-Sauer

DmC ist also der überaus geglückte Reboot einer „alten“ erfolgreichen Serie. Es gibt viele Attacken & dadurch Combos, welche durch die Unreal Engine wunderschön in Szene gesetzt werden. Vor allem wenn der letzte Gegner in Slow-Mo einfach explodiert. Zudem wird einem ein geiler Soundtrack geliefert (Combichrist & Noisia sei Dank!). Wer also nicht so viel Wert auf eine lange und anspruchsvolle Story legt und lieber einen Comboporno vom Feinsten über den Bildschirm flimmern lässt, der auch noch aussieht wie geleckt, der macht bei DmC nichts falsch. Im Gegenteil: Klare Kaufempfehlung.

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DmC – Devil May Cry was last modified: Januar 22nd, 2013 by Dennis Schatteburg

Durchtrainiert, braungebrannt, Hundert Kilo Hantelbank. Kommen wir aber nun zu den Punkten, die mich ausmachen: Lustig, verplant & musikinteressiert. Wenn ich also nicht gerade auf einem Konzert oder einem Festival bin, findet man mich beim Zocken oder bei einem langen Strandspaziergang mit Joe.