Oh, wow, lange keine Reise-zum-Mittelpunkt-der-Erde-Geschichte mehr gesehen. Immer das gleiche Geschisse mit billigen Dinosauriern und brodelnder Langeweile-Lava. Oder?

Ich mag Brandon Fraser. Er mag nicht der beste Schauspieler sein und kramt gerne in seinem Repertoire aus 5 Gesichtsausdrücken, aber ich mag ihn. Er ist für mich übrigens auch der einzige Grund, mir einen B-Movie mit der ewig gleichen Lost-World-Story anzutun.

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ – Der Titel ist übrigens schonmal sehr originell. Nicht. Jedes mal der selbe aufgewärmte Jules-Verne-Mist und die Tatsache, dass „DRzMdE“ (abgekürzt, sonst tippe ich mir noch die Finger wund) als einer der ersten 3D-Filme ständig unter Beweis zu stellen hat, was man mit der tollen neuen 3D-Technik so alles reißen kann schrauben meine Erwartungshaltung auf ein Minimum. Ständig hält einer irgendeinen Scheiß in die Kamera, in jeder zweiten Szene fliegt irgendein anderer Scheiß gen Zuschauer. Uhhh, DREI-DEH! Das hat man schon so oft gesehen wie Nutten auf’m Kiez und sieht in 2D noch viel, viel gewollter aus.

Lauft! Ein billiger Dino-Effekt!

Die Story kommt auch aus der Konserve und ist mindestens so alt und abgelatscht wie die Romanvorlage. Ein Kerl fliegt mit seinem Neffen nach Island um irgendwas zu untersuchen. Es kommt wie es kommen muss: Die beiden geraten inklusive Bergführerin durch einen Minenschacht ins Erdinnere und müssen irgendwie wieder rauskommen. Hier kracht was ein, jemand fällt in ein Loch und ein unglaublich billig animierter T-Rex jagt die Protagonisten kreuz und quer durch die Studio-Sandkastenwüste. Die Akteure laufen in dieser Szene übrigens besonders unmotivert über das Green-Screen-Laufband.

Dabei ist Regisseur Eric Brevig für die visuellen Effekte vieler eigentlich recht akzeptabler Filme verantwortlich: Men in Black, Pearl Harbor, The Day after Tomorrow, und und und… Zugegeben, manche der Effekte in „DRzMdE“ sahen schon ziemlich geil aus – die schwebenden Magnetsteine gegen Ende z.B. waren hübsch. Aber jeder noch so gute Eindruck wird mit dem T-Rex aus dem 3D-Discounter wieder dem Erdboden gleichgemacht wie Dresden 1944. Piff-Paff – weg isser.

Das HD-Bild ist an sich ziemlich gut, knackige Farben, sehr gute Schärfe nur die Farbkorrektur der Schauspieler, die sich mehr als offensichtlich im Green-Screen-Studio befunden haben müssen lässt zu wünschen übrig. Fällt aber wohl nur dem geschulten Auge auf, denn der durchschnittliche Betrachter wird schon mit Computereffekten aus dem Jahr 1987 von allem Wesentlichen abgelenkt.

Wer sich nicht an mäßiger schauspielerischer Leistung und an armselig billigen visual effects stört, der wird bei „DRzMdE“ sicherlich seinen Spaß haben. Action gibt’s genug und die Spannung ist auch auf einem konstant mittelhohen Pegel. Das freut das Herz des Kinogängers.

Auch interessant

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde was last modified: Juli 28th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.