Matt Damon – man kann ihn lieben oder hassen – wagte sich 2002 mit „Die Bourne Identität“ auf neues Terrain. Endlich erwachsen? Oder doch das ewige Kind?

Eins vorweg: „Die Bourne Identität“ ist filmisch super: Bild und Ton sind exzellent. Aber irgendwie habe ich es noch nie wirklich geschafft, mir den Streifen am Stück anzuschauen. Gegen Mitte des Films weckt mich eine Explosion oder Standardschießerei aus meinen Träumen von rosanen Einhörnern und Regenbögen. Nein, ich LIEBE Explosionen und Schießereien, solange Sie ihre Berechtigung finden. „Oh nein, ich habe mein Gedächtnis verloren und muss mich selbst finden!“, gefolgt von einer lieblos choreografierten Schlägerei. Ich bin unsicher, wovon ich mehr kotzen möchte.

Doug Liman, der Regisseur, führte zum Großteil vor „Die Bourne Identität“ nur bei Kurzfilmen oder TV-Serien Regie, zeichnet sich heute aber für alle Teile der Bourne-Reihe verantwortlich, allerdings als ausführender Produzent. Außerdem hat er 2008 die neue Knight-Rider-Serie verbrochen. Werft den Purschen zu Poden!

Neben Matt Damon dilettiert Franka Potente blass vor sich hin. Wer hat eigentlich damals behauptet, sie sei eine gute Schauspielerin? Und wer hat ihr erlaubt, sich selbst zu synchronisieren? Schrecklich. Man hört der gebürtigen Dülmenerin die geografische Verbundenheit zum Ruhrpott deutlich an. Wenn ich einen Ralf-Richter-Film sehe, erwarte ich genuschelte Dialoge – aber hier fühlte sich der ungewollte Pottslang eindeutigerweise deplatziert an. Pfui! Aus! Platz! Böse Franka!

Matt Damon mimt den Superspion mit dem Nicht-so-Supergedächtnis hervorragend. Sieht auch so aus, als hätte er für den Film ordentlich Gewichte stemmen müssen. Die alte Kante. Steht ihm aber.

Der Film hat eigentlich alles, was man sich wünscht: Explosionen, Knochenbrüche, splitterndes Glas, Verfolgungsjagden… Aber irgendwie will nicht wirklich Stimmung aufkommen. Man will fast meinen, dass alle Action nur als Mittel zum Zweck gebraucht, und nicht aus sinnloser Gewaltverherrlichung kredenzt wird. Schade. Klarer Punktabzug!

Über Twists oder WOW!-Enden kann ich leider nichts sagen. Dafür war mir mein geliebter Schlaf dann doch zu wichtig. Aber ehrlich gesagt erwarte ich auch nicht allzu viel: Spion verliert Gedächtnis, weiß nicht mehr, wer er ist. Wird von seiner „Agency“ gejagt. Wofür? Keine Ahnung. Interessiert mich aber auch kein Stück. Falls es jemand weiß: Kommentarfunktion!

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Die Bourne Identität was last modified: November 1st, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.