Devin Townsend, der keine Mann mit der lustigen Frisur, ist zurück. Sehnlichst erwartet von vielen seiner Fans – Was kann man vom neuen Album „Ghost“ erwarten? Viel Lärm? Oder gar nichts?

Ich muss zugeben, dass ich kein zu großer Devin Townsend-Fan bin. Sicher mag das ein oder andere Lied darunter sein, dass durchaus hörenswert ist, aber im Allgemeinen sag ich lieber „nein“. Jetzt liegt hier das neue Album auf dem Tisch und ich frag mich: Kann Townsend meine Meinung ändern?

  • Track 1 („Fly“): Huch. Flöten. Akustik-Gitarre. Synthies. Klingt gar nicht mal so übel. Schön komponiert, klarer Gesang. Als Introtrack nicht übel… Mehr weiß ich nicht mehr, weil ich anscheinend eingeschlafen bin. Das Gedudel von Track Nummer 2 („Heart Baby“) habe ich wohl komplett verschlafen. Ich denke, dass die allgemeine Grundstimmung nicht anders gewesen sein dürfte.
  • Track 3 („Feather“): Schon wieder Akustik-Gitarren, seichte Flötenklänge und Streicher aus der Dose. Wenigstens gesellt sich jetzt auch mal ein Schlagzeug dazu. Das erwarte ich von einem Song, der mich über 11:30 Minuten mit weichgespülter Gefühlsduselei quälen möchte aber auch. Nach 1:30 Minuten höre ich bereits den nächsten Song.
  • Track 4 („Kawaii“): Klingt wie ein Hidden Track auf einem Jimmy Eat World-Album. Das sind ja bekanntlich die Songs, die als Kind in den Weichspülertopf gefallen sind. Unerträglich.
  • Track 5 („Ghost“): Der Titelsong des Albums. Klingt genau wie der restliche Schmu. Mir kommt etwas Kotze hoch.
  • Track 6 („Blackberry“): Seichtes Ambiete aus dem schottischen Hochmoor mit quakenden Fröschen, unterlegt mit Akustikgitarren.
  • Track 7 („Monsoon“): Schon wieder Frösche, dazu Synthesizer. Ich hatte mit einer Tokio-Hotel-Coverversion gerechnet. Alles ist besser als DAS. Gut gemacht, Herr Townsend.
  • Track 8 („Dark Matters“): Liebe Grüße aus dem Weltall. Die Achziger wollen ihre abgedrehte Scheiße zurückhaben.
  • Track 9 („Texada“): Klingt wie komplett aus der Konserve. Sogar der echt ätzende Chor wurde frisch aus dem Midi-Keyboard genuckelt.
  • Track 10 („Seams“): Oh Wunder! Akustik-Gitarren. Schnulzig-scheiße im Geschmack. Erste Zeile „I love you“. Würg.
  • Track 11 („Infinite Ocean“): Hab ich mir nicht angetan. Wahrscheinlich pseudoesotherischer Scheiß, den man beim Yoga hören kann.
  • Track 12 („As you were“): Das komplette Album auf knappe 9 Minuten runterkomprimiert. Am Ende gibt’s nochmal Möven und Meeresrauschen.

Hui, was für ein Trip – Dabei wird doch gemunkelt, dass Devin Townsend die Drogen aufgegeben haben soll. Meine Meinung: Entweder der Kerl ist dauerhigh oder benutzt seine eigene Drecksmucke um sich in drogenähnliche Sphären zu katapultieren. Mir wird jedenfalls nur schlecht davon. Optimal zum Einschlafen oder als Brechmittel.

Aber er hat sich Mühe gemacht. Und die Scheibe wird sicherlich der Renner unter allen Yogalehrern und Bulimikerinnen.

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Devin Townsend Project – Ghost was last modified: Juli 6th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.