Bereits Ende 2014 erschien unter der Feder von Charles Soule (Superman Doomed, Green Lantern, Aquaman) im amerikanischen Original die erste Ausgabe von „Death of Wolverine“ – zu Deutsch: Der Tod von Wolverine. Sketische Leser halten jetzt inne. Wieso „Tod“? Ist Wolverine nicht unsterblich? Sehr gut aufgepasst! Wolverine, durch seine Mutation nicht nur mit Knochenklauen, sondern auch mit einer starken Selbstheilungskraft ausgestattet, ist de facto nicht in der Lage zu sterben. Der Tod ist dennoch kein Unbekannter für ihn, denn in seinen vielen Jahren auf dieser Erde hat er so einige geliebte Menschen verloren. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts konnte Wolverine, der sich Logan nennt, aber eigentlich James Howlett heißt, so in der kalten Wildnis von Kanada überleben und einige Kämpfe in Auftrag der X-Men überstehen.

Charles Soule darf in Der Tod von Wolverine das zu Papier bringen, was viele von uns sich schon in vielfacher Ausfertigung in unseren Köpfen vorgestellt haben: Was wäre, wenn Wolverine sterblich wäre? Dies ist keine Spekulation voller Halluzinationen und Wahnvorstellungen (wie in Moon Knight #1), vielmehr bekommen sowohl Leser als auch Logan es mit der harten Realität zu tun. Ein außerirdischer Virus hat dem haarigen Kämpfer mit den animalischen Sinnen seiner Selbstheilungskräfte beraubt. Weder Tony Stark (Iron Man), noch Mister Fantastic (der im Heft etwas aussieht wie Eddie Redmayne) oder Hank McCoy (Beast) konnten dem Mutanten dabei helfen, wieder zu gesunden. Jedes Mal, wenn Wolverine also seine Krallen ausfährt, verschlechtert sich sein Zustand. Da hilft nur eins: Kämpfen aus dem Weg gehen. Doch wer Logan kennt, wird wissen, dass dies dem Raubein alles andere als leicht fallen wird. Besonders, da eine Belohnung auf seinen Kopf ausgesetzt wurde…

Charles Soule erzählt hier eine etwas komprimierte aber dennoch fesselnde Geschichte, der es (so merkwürdig es klingt) etwas an Längen fehlt. Hier wird sehr viel Story in verhältnismäßig wenige Seiten gepackt. Der Tod von Wolverine hätte statt der 128 Seiten, die der Sammelband aus vier Einzelausgaben (November und Dezember 2014) zusammengesetzt ist, etwas mehr an Material vertragen können. Gerade solch eine definierende Story braucht ein wenig mehr Raum, um sich zu entfalten. Dafür entschädigen aber die tollen Zeichnungen von Steve McNiven (Guardians of the Galaxy, Spider-Man, Civil War), die aufgrund ihrer grafischen Darstellung von Gewalt und Blut eher nicht für Kinder geeignetsind. Die kräftigen und dennoch stimmigen Farben von Justin Ponsor (Captain America, Danger Girl, X-Men) runden das Gesamtbild ab und erschaffen einen modernen Klassiker mit tollen Charakteren, einer spannenden Story und einem perfekten Ende. Sogar Sabretooth und Wolverines Ex-Frau Viper spielen einen nicht unerheblichen Part im Mittelteil.

Jeder, der auch nur annäherungsweise über Wolverine mitreden möchte, für den führt kein Weg an Der Tod von Wolverine vorbei. Die tolle Übersetzung von Jürgen Petz, der quasi so eine Art Übersetzungs-Experte für X-Men– und Wolverine-Comics ist, macht das späte Erscheinen des Sammelbandes in deutschen Landen fast wieder wett. Als besonderes Schmankerl werden am Ende des Heftes noch einige kommentierte Artworks und Konzeptzeichnungen gezeigt. Klasse!

Der Tod von Wolverine ist für 12,99 Euro bei Panini oder bei amazon (oder der Buchhandlung eurer Wahl) erhältlich.

 

Leseprobe von mycomics.de

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Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.