Mein erstes Deathstroke-Heft der Reihe von James Bonny (Tomb Raider) kaufte ich vornehmlich deswegen, weil mir der Artstyle so gut gefiel. Das habe ich bereits im Review zum dritten Band der Saga um den Söldner Slade Wilson kundgetan. Nach der vorherigen Story um Götter, Schuld und Familie wird im vierten und finalen Sammelband nahtlos an die vorhergehende Storyline angeknüpft. Passenderweise schafft Panini hier den perfekten Übergang zur Ende März erschienenen Rebirth-Saga von DC Comics, in der auch Deathstroke rebootet wird.

Ein bisschen wehleidig lege ich den Comic zur Seite, nachdem ich die Worte „Ende“ lese. Obschon die mit „Pakt mit dem Teufel“ betitelte Sammlung von fünf Einzelausgaben (Juni 2016 bis September 2016) das absolute Highlight der Reihe darstellte, war ich noch bereit, Deathstrokes Kampf um seine Ehre und seine Familie, enden zu lassen. Zu viel Spaß hatte ich dabei, die wirklich toll gezeichneten Actionsequenzen anzuschauen und die verständlich erzählte Geschichte zu erleben. Dies war eine der wenigen Reihen, deren Ausgaben ich ohne Ausnahme in einem Stück durchlesen konnte, gerade, weil es so spannend war.

Diese Finalausgabe beginnt damit, dass Deathstroke in einen aussichtslosen Kampf mit Lawman und Snakebite gerät. D-Strokes Tochter Rose steht unter dem Einfluss von Lawman und bekämpft ihren Vater mit voller Hingabe. Einzig Red Hood, der unter der Maske bekanntermaßen der ehemalige Robin Jason Todd ist, kann den Söldner aus dieser misslichen Lage retten. Hier geht es bereits äußerst blutig zur Sachen und selbst ohne Explosionen kommt hier das Actionfeeling nicht zu kurz. Dafür sorgen die tollen Zeichnungen von Tyler Kirkham (Green Lantern, Tomb Raider, X-Men) und die schillernden Farben von Arif Prianto (Justice League, Teen Titans). Alles wirkt unglaublich lebendig und dynamisch, man möchte nach dem Zuklappen des Heftes direkt nochmal durchblättern!

Als wäre die Story bis hierhin nicht schon spannend genug, tritt im zweiten Teil des Comics sogar Ra’s Al Ghul auf den Plan. Der Anführer der Mordliga (League of Assassins) führt – wie immer – nichts Gutes im Schilde und macht Deathstroke ein Angebot, das er nur schwer ausschlagen kann. Dieser namensgebende Part wird fortan der Plot für den Rest der Geschichte. Bonny schafft es, das Adrenalin des Lesers an jeder Stelle am Anschlag zu halten, und das über die Gesamtlänge von 132 Seiten. Nach einem Intermezzo in Rhapastan, das den Leser etwas aus der Hauptstory herausreißt, geht es im letzten Teil dann zum feurig-explosiven Showdown, wo wir den sonst als Bösewicht verschrienen Deathstroke von seiner sensiblen Seite gezeigt bekommen. Ein wunderbares Ende für eine wunderbare Story!

Deathstroke #4 – Pakt mit dem Teufel ist seit dem 23. Januar 2017 für 14,99 Euro (132 Seiten) erhältlich (z.B. bei Panini oder auf amazon).

Leseprobe von mycomics.de

Auch interessant

Deathstroke #4 was last modified: März 28th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.