Videospiele hin, Videospiele her – Ohne eine gute Hardware macht auch die entsprechende Software keinen Spaß. Dies gilt natürlich nicht nur für die Spieleplattform an sich, sondern natürlich auch für Headsets und vor allem für Eingabegeräte. Seit Jahrhunderten streiten sich die Gelehrten, welcher Controller denn der beste sei, während sich PC-Spieler besonders in Sachen First-Person-Shooter vor allem auf Maus und Tastatur verlassen.

Lange musste ich warten, doch dann klingelte der Postmann endlich am meiner Tür und brachte mir mein neues Eingabegerät. Kluge Menschen munkeln, dass es derzeit nur ein Keyboard gibt, dass den gehobenen Maßstäben der PC-Gaming-Community gerecht werden kann. Nachdem bereits das Corsair Vengeance K70 offenbar die Krönung der Tastenbretter war, setzt das kalifornische Unternehmen noch einen drauf und verpasst dem schicken Keyboard zusätzliche RGB-Switches, hängte ein “RGB” an den Namen und verkauft das Ding nun als K70 RGB. Logisch.

Doch was machen die RGB-Switches im Keyboard? Laut der 136-Seiten-Anleitung, die nur online zu finden ist, müssen wir, um das heraus zu finden, das K70 RGB mittels 2 USB-2.0 oder einem USB-3.0-Stecker in den Rechner einstecken und…. voilà! Das Ding leuchtet. Ist heute nichts ungewöhnliches mehr, wäre da nicht die Sache mit den RGB-Switches, die jede Taste einzeln aufleuchten lassen, und das in über 16 Millionen Farben. Mein inneres Spielkind springt vor Freude im Dreieck, mein innerer Erwachsener ist bereits genervt, in Erinnerung an die 136 Seiten Anleitung, die ich erstmal zu lernen habe. Denn das Konfigurationsprogramm hat es in sich. Aber auch ohne Abitur oder abgeschlossenes Studium bekommt man das irgenwie hin. Und wenn nicht, kann man sich immer noch Profile aus der Community herunterladen.

Aber dass das Ding nicht nur Spielerei ist, sondern man es tatsächlich auch im echten Leben verwenden kann, sollte klar sein. Verbaut sind rote Cherry-Switches, also die linearen Switches ohne Feedback. Die sind zwar immer noch verdammt laut, reichen aber bei weitem nicht an beispielsweise blaue Switches heran. Der Druckpunkt ist hierbei relativ fix erreicht, so dass geübte Tipper ziemlich schnell schreiben können. Menschen, die von konventionelle Keyboards wechseln, haben oft das Problem, dass Tasten zu oft gedrückt werden.  Die hohe Schaltfrequenz ist gerade für Spieler sinnvoll, da die Reaktionszeiten des Eingabegeräts um oft kritische Millisekunden reduziert werden. Meiner Karriere als Pro-Gamer steht nun also nichts mehr im Weg.

Das Gehäuse ist sehr schwer. Der Grund: Metall. Eine solide Metallplatte auf der Oberseite lässt das Gerät sehr stabil und wertig erscheinen. Das Ding kriegt so schnell niemand kaputt. Dafür ist das Material sehr, sehr anfällig für Staub, immerhin schmocken die Tasten nicht so schnell zu. Größtes Manko sind allerdings die fehlenden USB-Ports an der Rückseite. Dort, wo ich normalerweise Maus und Kopfhörer anschließe: Nichts. Nur ein Schalter, der bestimmte Farbprofile auf dem geräteeigenen Speicher umschalten lässt, für Leute, die ihr Keyboard, nicht aber ihren Rechner oft mit sich herumtragen. Profispieler wie ich zum Beispiel.

Das Ganze ist leider nicht besonders günstig: Knapp 200 Euro ruft Corsair momentan für das K70 RGB auf. Dafür gibts aber Disco im Spielzimmer und meiner Meinung nach mit das beste Keyboard, das man für Geld und seine Seele kaufen kann. Solide, schnell und schick.

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Corsair Vengeance K70 RGB was last modified: April 16th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.