Wieder ein altes Review ausgegraben! Diesmal zu „The Age of Hell“ aus dem Jahre 2011.

Jaja, die Jungs von Chimaira: Hauen schön regelmäßig jedes zweite Jahr ein Album raus und ruhen sich auf ihren Lorbeeren von 2003 aus. Neues Album, neue Besetzung, neue Ideen? Das einfallslose Cover und der Fakt, dass die Scheibe gratis (!) in der Septemberausgabe des englischen Metal Hammers verscheuert wird, lässt mich allerdings skeptisch auf den Silberling herabblicken. Seit der unglaublich guten und damals unglaublich innovativen The Impossibility of Reason hat sich nicht besonders viel getan. Unmotiviertes Mid-Tempo-Geknüppel und Lyrics, die klingen, als hätten sie mit Gewalt ins Metrum gepresst werden müssen, vermischen sich seit jeher zu einem Akustikbrei, der in der Mittelmäßigkeit verschwindet wie Schulkinder in Belgien.

Anscheinend setzen sich die Jungs selbst eine zweijährliche Deadline und vernachlässigen dafür Abweichungen vom Baukastensystem aufs Gröbste – Hauptsache jedes zweite Jahr ein Album. Wie sieht das denn sonst auch im Lebenslauf aus? Die Deadline ist mal wieder abgelaufen, und so gesellt sich The Age of Hell zu den anderen Platten im arrcade-Regal. Leider findet es da nicht viele Freunde.

The Age of Hell strotzt nur so vor Einfallslosigkeit. Zwar erwischt man sich ab und an beim Kopfnicken, weil die Instrumente wirklich gut gespielt sind, aber beim Schraddeln zu 100 Beats pro Minute kann man ehrlich gesagt auch nicht allzu viel falsch machen. Wenn man von sich selbst kopiert, dann kommt in der Regel so ein Album heraus. Ist nicht ganz scheiße, aber auch wirklich nichts Besonderes. Vokalist Mark Hunter behauptet allerdings in einem Interview: „Words can’t express what it took to create this album. We hope you love it as much as we do. Turn it up loud, this is Chimaira at it’s finest.„* Seitdem wird er von den anderen Kindern nur noch „Pinocchio“ genannt. Zugegeben, gut produziert ist das Ding ja, wird wohl auch regelmäßig auf dem Teller rotieren, aber statt eines Überalbums bekommt man hier den metaphorischen Schlag ins Gesicht und eine Platte, die so 0815 ist, dass sie sogar in Milch schwimmt.

Bis in zwei Jahren dann.


* Quelle: http://bit.ly/m6CCCc

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Chimaira – The Age of Hell was last modified: Dezember 28th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.