Ich mag diese kleinen Spielereien ja. Zwischendurch-Games, die nicht unbedingt eine Story haben, eine kurzweilige Ablenkung bieten und trotzdem Spaß machen. Darunter fallen beispielsweise Solitair-Games, Match-3-Kloppmist und Brückenbausimulationen. Kein Scheiß. Gerade letztere bieten die optimale Mischung aus Zen-Meditation und anspruchsvoller Gehirnakrobatik. (Ich habe hier zum Beispiel Bridge Constructor Playground getestet.)

Zum Weihnachtsfest hin hat Headup Games eine ganze Batterie an neuen Brückenbausimulationen auf die Konsolen gefeuert. Innerhalb von acht Tagen landeten drei verschiedene Bridge Constructor-Games auf WiiU, PS4 und Xbox One. Ich habe mir mal Bridge Constructor Stunts vorgenommen, das frisch auf der Spieleplattform von Microsoft gelandet ist. Für läppsche 10 Euro liefern ClockStone als entwickelndes Studio einen grandiosen Spaß für Zwischendurch, denn Bridge Constructor Stunts ist völlig anders als das, was ich bisher von Brückenbau-Games gewohnt war.

Der erste Level beweist bereits die Andersartigkeit von Bridge Constructor Stunts gegenüber seinen Genrekollegen. Denn ich muss gar keine Brücke bauen. Vielmehr erwartet mich am linken Bildschirmrand ein kleines Auto, welches durch Drücken von „A“ beschleunigt werden kann. Ziel des Levels ist es, das Auto über Sprungschanzen ins Ziel zu steuern. Das fühlt sich ein bisschen so an wie ein Trials-Spiel, allerdings auf einer viel rudimentäreren Ebene.

Meine Frage, wo denn jetzt der Brückenbau-Aspekt ins Spiel kommt, wird zwei Level weiter beantwortet. Denn die Strecke, die ich mit meinem Vehikel zurücklegen muss, ist unvollständig. Und ab hier greift zusätzlich das Grundgerüst (Wortspiel beabsichtigt!) von dem, was ich bisher vom Bridge Constructor gewohnt war. Ich werde gleichzeitig zum Brückenbauer und zum Stuntfahrer, denn damit das Auto ins Ziel bugsieren kann, sind mehrere Talente gleichzeitig gefragt.

Damit hievt sich die Serie selbst auf ein völlig neues Level und erweitert das Spielprinzip um eine weitere Dimension. Dabei steigt die Schwierigkeitsstufe exponentiell an. Anfangs sind die Levels noch fast blind zu bewältigen, im späteren Verlauf bringen mehrere Lösungswege, zusätzliche Baumaterialien und gesteigerte Anforderungen an das fahrerische Können des Spielers Herausforderungen mit sich, die mir die Hirnwindungen verknoten. Wer nicht nur die Herausforderung sucht, das Level abzuschließen, der kann sich daran versuchen, alle Sammelobjekte in allen Welten von Bridge Constructor Stunts einzusammeln. Davon sehe ich ob meiner beschränkten spielerischen Fähigkeiten allerdings ab. Das wird eh nix.

Grafisch ist das Spiel kein Highlight. Ist aber auch völlig okay, denn darum geht es gar nicht. Die 2.5D-Darstellung läuft dafür ruckelfrei und selbst ausuferndere Explosionen können von der Xbox One problemlos dargestellt werden. Lediglich die Steuerung ist etwas hakelig. Während ich in den PC-Fassungen ganz einfach mit der Maus navigieren kann, ist die Controllersteuerung sehr gewöhnungsbedürftig und neben der hohen Schwierigkeit im Endgame der einzige Frustfaktor des Games. Ich bin überrascht, dass überhaupt eine Lösung für dieses Problem gefunden wurde, ein paar zusätzliche Stunden Arbeitszeit hätten hier aber noch hineinfließen können.

Kurzum: Großartiges Spiel mit großartigem, kurzweiligem Spielspaß, der auch nach Stunden des Grübelns noch überzeugen kann. Einzig die Steuerung bei Autostunts und Brückenbau ist nicht das Gelbe vom Ei. Für zehn Euro (hier erhältlich) kann man das Ding ohne zu Überlegen in den Einkaufswagen packen.

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Bridge Constructor Stunts was last modified: Dezember 20th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.