Acht Jahre ist es her, dass Blink-182 neues Material auf den internationalen Musikmarkt warfen. Jetzt ist es da: „Neighborhoods“ heißt das neue Album – Doch kann es an die ‚alten Zeiten‘ anknüpfen?

Hach, was waren das für Zeiten – Peniswitze, Fäkalsongs und Doppeldeutigkeiten. Blink-182 als Repräsentant der amerikanischen Spaßgesellschaft, die ewig Kind ist und sich selber nicht ernster nimmt als unbedingt notwendig.

Acht Jahre seit dem letzten Langspieler, gefühlte 15 Ersatzbands und Trost durch alte Alben mussten Fans ertragen, bis jetzt endlich (?) das neue Album der drei Kalifornier erhältlich ist. Jedem sollte klar sein, dass wir nicht mehr die Jungspunde von früher vor uns haben, die spaßigen Tanzpunk kredenzen.

Mitte dreißig und musikalisch und vom Leben tiefer geprägt liefern Blink-182 dem Hörer ein erwachseneres Album, das gerne auch mal in Experimentelle abdriftet. Das ist aber auch gut so. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Band an den Stil und den Erfolg der vorangegangenen Alben anknüpfen möchte. Man bewegt sich vorwärts, ganz so wie es sein sollte. Ganz so, wie es auch die Fans von damals aller Wahrscheinlichkeit nach getan haben werden.

Zwar wird zum Teil unerträglich viel gejammert – ein Sell-Out-Level, wie Green Day es erreicht haben, müssen wir uns trotzdem nicht antun. Ein Glück.

Man kann letztlich sagen, dass die „neuen Blink-182“ eine gesunde Mischung aller Ersatzbands (AvA, +44, BCR…) darstellen. 14 gesittete Rocksongs zum Kopfnicken, Mitsingen und Nachdenken. Travis Barker darf sich, und das betone ich hier bewusst, wieder an den Drums austoben. Dem wird sonst langweilig. Außerdem trägt er den Großteil der Songs, die sonst in sich ein wenig monoton wirken würden.

Anspieltipps:
• Ghost on the Dance Floor
• Natives
• Heart’s all gone

Alles in Allem ein solides Rockalbum mit nachvollziehbaren Wurzeln. Viele gute Songs – wenige Lieder, die man weiterdrückt, weil sie nach dem zweiten Mal Hören schon am Hörnerv knabbern.

Insgesamt gibt’s 90 / 100 Punkten. Definitiv einen Kauf wert!

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Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.