Während Black Widow im vorigen Band noch Krieg gegen S.H.I.E.L.D. führte, neigt sich die Mission der Superagentin im finalen Band der zweiteiligen Serie, genannt „Eine Frau sieht Rot„, dem Ende zu. Die späten Ausläufer des Red Rooms machen Natasha Romanova hier sehr zu schaffen, denn die schwarze Witwe bekommt es nicht mit nur einem Gegner, sondern gleich mehreren zu tun. Auftragsmörderinnen, die die gleiche Ausbildung genossen haben, wie sie selbst. Zusätzlich gesellt sich noch Weeping Lion hinzu, es geht für einen Kurztrip zum Mond und der Winter Soldier enthüllt endlich, was er die ganze Zeit über im Schatten versteckt getrieben hat.

Mark Waid und Chris Samnee ließen uns am Ende von Band Nummer 1 der Serie mit einem gewaltigen Cliffhanger zurück, der in der finalen Ausgabe von Black Widow endlich aufgelöst wird. Das war ja vor Spannung kaum auszuhalten! Erneut packt Panini sechs Hefte der originalen US-Ausgabe (Black Widow 7 -12, Dezember 2016 bis Mai 2017) in ein handliches Paperback, das gerade im Mittelteil viele spannende Szenen mit sich bringt. Samnee hat sich hier auch wieder etwas eingekriegt und versucht nur selten, Actionsequenzen unkonventionell abzukürzen, sondern besinnt sich auf eine klassischere Erzählweise. Sein etwas minimalistischerer Zeichenstil konzentriert sich auf das Wesentliche und lässt einen klaren Fokus auf wichtige Teile der Panel zu. Auch farblich brilliert Black Widow #2 dank Matthew Wilson wieder einmal: Knackige Farben, sehr passende Tonalität, großartige Farbpaletten.

Als besonderes Schmankerl packt Waid einen alten Bekannten aus, der bereits seit einiger Zeit von der Bildfläche verschwunden war. Nick Fury Sr., der nun als Uatu The Watcher bekannt ist, soll Black Widow helfen, ihre gutherzige Mission zu erfüllen. Dies würde ich allerdings nicht mehr als augenzwinkernden Fanservice betrachten, ein Gimmick quasi, um die Pompösität des beiläufigen Mondbesuchs zu unterstreichen.

Carolin Hidalgo, die auch schon für die Übersetzung des ersten Bandes verantwortlich war, hat hier gute Arbeit geleistet. Gerade die Geschwindigkeit, in der die Kompilation ins Deutsche transferiert werden musste (und wurde) unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Übersetzerin. Toll gemacht!

Für 16,99 Euro bekommt der Leser eine einfühlsame und trotzdem knallharte Story auf insgesamt 136 Seiten. Dies beinhaltet, wie gewohnt, umfangreiches Hintergrundwissen zu Figuren und Machern sowie eine Covergalerie auf den letzten Seiten. Wer den ersten Band sein Eigen nennt, kommt an „Eine Frau sieht Rot“ ohnehin nicht vorbei, also: Kaufen, kaufen, kaufen!

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Black Widow #2 was last modified: Oktober 2nd, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.