black_canary_1Comic-Fans kennen sie schon seit 1947, als sie von den DC Comics-Legenden Bob Kanigher († 2002 / u.a. Erfinder von The Flash II, Poison Ivy u.v.m.) und Carmine Infantino († 2013 / The Flash, Black Canary, Green Arrow) eingeführt wurde, alle anderen kennen sie mindestens seit der vierten Staffel der TV-Adaption von Arrow: Black Canary. Die blonde Kämpferin, die mit ihrem hochfrequenten Schrei Bösewichten den Garaus macht, bekommt eine neue Geschichte spendiert, die als unmittelbare Folge der Geschehnisse in Flashpoint (Amazon | Panini) und der Birds of Prey-Reihe (Amazon | Panini) spielt.

In ihrer 2015er-Fassung erhält sie eine ähnliche Reinkarnation, wie sie bereits Gwen Stacy in ihren Spider-Gwen-Comics (Amazon | Panini) erfahren hat: Sie wird zur Popikone. Denn wer besser als die Frau mit der kräftigsten Stimme der Welt wäre für diese Position besser geeignet als Dinah Lance, die allerdings mit ihrer Band, die verwirrender Weise ebenfalls Black Canary heißt, ein Magnet für Trouble zu sein scheint.

Von Seite eins an steckt Dinah in Schwierigkeiten. Aufgebrachte Bands, bösartige Agenten und Schattenmonster machen ihr das Starleben schwerer als es sein müsste. Und alle scheinen es auf eins abgesehen zu haben: Die stumme Gitarristin Ditto. Diese scheint nämlich außergewöhnliche Kräfte zu haben, auf die es nicht nur die ehemalige Frontfrau der Band abgesehen hat.

Die Story braucht leider unglaublich lange, um sich zu entwickeln. Zu lange wird der Leser im Unklaren gelassen, was überhaupt Sache ist.Dazu kommen undefinierbare Sprünge in der Erzählweise, in Orten und wenn sich dann noch interdimensionale Reisen dazugesellen, ist das Ende des Verständnisses vollständig erreicht. Sobald man aber dahintergestiegen ist, was der Autor Brenden Fletcher (Twitter), der bereits für die neue Batgirl-Reihe (Amazon | Panini), Gotham Academy (Amazon | Panini) und bald auch für die Reunion des Batgirl-Teams in Motor Crush (erscheint am 7. Dezember 2016) verantwortlich ist, von einem möchte, entfaltet sich das gesamte Potenzial der Story. Bisher verborgene Botschaften entfalten sich vor dem geistigen Auge und man ist geneigt, zu bestimmten Szenen zurückzublättern. Großartig gemacht, auch wenn dies vom Leser einiges Sitzfleisch erfordert.

Die Zeichnungen des ersten Black Canary-Sammelbandes, der aus sieben Black Canary-Einzelheften (August 2015 – März 2016) und der Sneak Peek aus Convergence: Blue Beetle #2 (Juli 2015) zusammengesetzt ist, sind grandios! Zwar merkt man immer einen deutlichen Bruch im Stil, wenn sich Annie Wu (Batgirl Beyond) und Pia Guerra (Spider-Man Unlimited) mit ihren Zeichnungen abwechseln, das haut die immer sehr auf den Punkt gebracht Kolorierung immer locker wieder raus. Die Szenen werden immer in einem knalligen Hauptgrundton gehalten, was nicht nur die Atmosphäre unterstreicht, sondern auch Sprünge zwischen Locations deutlich macht und somit dem Leser den Überblick behalten lässt.

Die deutsche Fassung von Carolin Hidalgo (die auch schon für die Übersetzung der oben erwähnten Batgirl-Reihe zuständig war) funktioniert super. Alles ist verständlich und es gibt keine Patzer, mit Ausnahme von einigen Tippfehlern, die aber nicht an der Verständlichkeit der Texte rütteln. Da mal ein Buchstabendreher, da mal ein Buchstabe vergessen. Sollte mit einem guten Lektorat nicht vorkommen, ist hier aber nicht weiter tragisch.

Der Sammelband mit dem Namen Black Canary #1 – Schrille Töne ist für 16,99 Euro im Handel erhältlich und hat insgesamt 168 Seiten. Das Cover ist in Sonderfarbe (Neonrot, wahrscheinlich Pantone 805) gedruckt und ist identisch mit dem Cover der amerikanischen Einzelausgabe Black Canary #1 (August 2015).

Leseprobe von mycomics.de

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Black Canary #1 was last modified: November 18th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.