Die regulär nur auf 12“ veröffentlichte Vorab-Single Blow Your Trumpets Gabriel (mittlerweile z.B. auf der RockHard-CD auch in anderer Form erhältlich, den offiziellen Clip gibts unten) eröffnet den heitern Reigen und setzt auch die Marschrichtung für die kommende Dreiviertelstunde. Insgesamt wird die musikalische Death Metal-Schlagseite der letzten Alben etwas in den Hintergrund gedrängt, schwarzmetallische Atmosphäre hat diesmal die Oberhand. Bei den Vocals bleibt natürlich alles bei Nergals gewohnten Growls, hin und wieder schleichen sich jedoch auch gesprochene Passagen ein.

Soundtechnisch enfernt man sich von der technischen Perfektion vergangener Werke, organische Produktion hält wieder Einzug im Hause Behemoth. Mir gefällt vor allem der (für Death Metal-Verhältnisse) natürliche Drumsound, auch der verzerrte Bass kommt an vielen Stellen gut heraus, z. B. im Mittelteil von Messe Noire, in dem Bass und Schlagzeug sich wunderbar verzahnen und einen brutal hackenden Stakkato-Teppich für die großflächige Gitarrenarbeit legen.

Mit dem opulenten O Father O Satan O Sun beendet nochmal ein richtiger Hammer dieses schaurige Werk. Eine epische Intro geht in einen stampfenden Beat über bevor noch ein herrvoragendes Solo vom Stapel gelassen wird. Eingestreute Blast-Parts sorgen dafür, dass hier alle Trademarks der Band nochmal vereint werden.
Zu den texten lässt sich nicht all zu viel sagen, da mir derzeit nur der Promo-Download vorliegt, welchem leider kein Lyric-Sheet beigefügt wurde. Aber vielleicht bringt unser Interview mit Bassmeister Orion am Samstag in Bochum etwas Licht ins satanische Dunkel.

Unterm Strich ist The Satanist ein sehr vielschichtiges Album, welches eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger zeigt und sicherlich schon jetzt die Messlatte für das kommende Death/Black Metal-Jahr sehr hochlegt. Absolute Empfehlung für Freunde harter Wohlklänge! Überzeugt euch auf der aktuellen Tour selbst davon, ob die Herren das ganze live ebenso gut umsetzen können wie im Studio!

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Behemoth – The Satanist was last modified: Februar 13th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.