Das Warten hat ein Ende und um alles vorweg zu nehmen: Ja, es hat sich mehr als gelohnt!

„Wie? 2009 liegt schon wieder vier Jahre zurück? Wollte „The Behemoth“ nicht irgendwann Battleblock Theater auf den Markt schmeißen? Ach es gibt eine Beta? Na, dann schreibe ich mich mal ein!“ So in etwa verlief mein innerliches Gespräch im März diesen Jahres. Als großer The Behemoth-Fan war ich natürlich gleich Feuer und Flamme, als ich 2009 vom neusten Zapfenstreich erfuhr. Nur gab es seitdem immer nur halbjährlich neue Informationshäppchen, so dass ich das Projekt mit der Zeit aus den Augen verlor bis ein Aufruf zur Beta meinen Tag versüßte. Eine Woche später kam die Einladung samt Key und der Spaß konnte beginnen. Als dann zwei Wochen später der Release auf Anfang April gesetzt wurde, war meine Vorfreude nicht mehr auszuhalten. Und nun, eine Woche nach dem Release, bin ich in totaler Ekstase und kann an nichts anderes mehr denken.

Katzen mit Staubsaugern? Brennst du?!

Hatty Hattington

Dass Storytelling bei The Behemoth groß geschrieben wird, ist spätestens seit Castle Crashers keine Frage mehr. So verwundert es nicht, dass auch Battleblock Theater mit einer epischen Story daher kommt. Die M.S. Friend-Ship, voll mit besten Freunden, strandet nach einem Sturm auf einer einsamen Inseln. Der beste aller besten Freunde, Hatty Hattington, ist aber zugleich verschwunden. Nach einer kurzen Suche, findet man Hatty wieder, welcher aber nun von Katzen umgeben ist. Diese fiesen Viecher setzen ihm einen mysteriös rot leuchtenden Hut auf – und so nimmt das Drama seinen Lauf. Die Katzen entdecken den Spieler und Hatty wird weggesperrt. Dir bleibt nichts anderes übrig, als dich durch verschiedene Theaterbühnen zu kämpfen, damit die Katzen ihren Spaß haben und du genug Diamanten sammeln kannst. Das alles nur, damit du deinen besten Freund retten kannst und herausfindest, was es mit diesem mysteriösen Hut auf sich hat und warum er verdammt nochmal so gruselig rot leuchtet. Natürlich wird alles recht logisch und anschaulich mit Holzfiguren dargestellt. Und von einem abschweifenden Erzähler kommentiert.

Hüpfen. Sammeln. Überleben.

Oft sind es die einfachsten Konzepte, die uns am meisten faszinieren. Das trifft zu hundert Prozent auf Battleblock Theater zu. Eine einfache Blockgrafik trifft auf eine einfache Steuerung, trifft auf eine einfache Aufgabe. Sammle alle Diamanten ein und rette deinen Freund! Was schon bei Super Meat Boy funktioniert hat, funktioniert hier auch. Zwischendurch trifft man auf die ein oder andere Securitykatze, welche aber mit einer der zahlreichen Waffen zu besiegen ist. Entweder man nimmt die Minenfrisbee oder einen überdimensionalen Golfball. Im Endeffekt reicht es aber auch, die Katze einfach ins Wasser zu schubsen. Aber die Katzen wären keine Katzen, wenn sie sich nicht wehren würden. So muss man auch mal einem Staubsauger, einem Feuerball oder einem Schubser ausweichen. Denn wenn es eine Sache gibt, die Katzen könnten, dann ist das nerven und schubsen.

Die Diamanten sammelt man natürlich nicht umsonst ein. Man kann in dem Shop des Theaters, neue Gefangene, also neue spielbare Charaktere bzw. Köpfe, kaufen. Diese kommen, wenn man sich für eine Kopfform entschieden hat, völlig zufällig in kleinen Bällen aus einer Maschine. Zur Wahl steht der normale runde Kopf, der Hipster-dreieckige Kopf, der edle zylinderförmige Kopf und der plumpe rechteckige Kopf. Jede Kopfform kommt mit ca. 50 Variationen daher. Nach dem erstmaligen Durchspielen, bleibt einem also noch die Motivation der Freischaltung der Köpfe. Denn wer möchte nicht mal gerne, als Affe oder als Mann mit Schornstein auf dem Kopf, rumlaufen? Die nötigen Diamanten kann man auch über Level, welche von Benutzern erstellt wurden sind, sammeln. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich allmählich von Level zu Level und die Lernkurve geht Hand in Hand mit. Insgesamt acht Akte mit jeweils neun Kapiteln gilt es zu bewältigen. Das dauert zwar nur um die sieben Stunden, aber Bonuslevel, ein Leveleditor und der Onlinemodus halten einen noch Tage am Spiel fest. Das Respawnen nach einem der zahlreichen Tode, geht zum Glück sehr schnell an einem der zahlreichen Checkpoints und stört den schnellen Spielfluss nicht. Allgemein kommt nach einiger Übung ein angenehmer Spielfluss zustande, welcher aber ab und zu durch kleine fordernde Rätsel, ein wenig gebremst wird. Aber wenn man sich nicht zu doof anstellt, kann man diese Rätsel schnell lösen. Kleiner Tipp: Denkt nicht zu komplex, sonst steht ihr euch selbst im Weg. Das hätte mir mal jemand vorher sagen sollen. Und wer so hart ist, das er sogar im Sommer im Schneeanzug surfen geht, der kann sich an dem Insanemodus versuchen. Die Level haben hier keine Checkpoints mehr und müssen somit beim Ableben, immer wieder von vorne gestartet werden.

HUMOR wird hier großgeschrieben!

Der wohl überzeugendste Kaufgrund für Battleblock Theater ist der Humor. Wer einmal einen Level gespielt hat und währenddessen vom großartigen Erzähler (StamperTV!) kommentiert wurde, versteht sofort was ich meine. Die Stimme, das Gesagte und die Situationskomik ist einfach perfekt.

Für jeden Zweifler:

Wer den Humor nicht versteht, der braucht nicht weiterzulesen, denn das Spiel ist ohne den Erzähler nur halb so gut. Natürlich kommentiert Stamper jede der acht Cutscenes und macht sie alle somit zu einem kleinen Meisterwerk. Mit der Zeit wurde meine größte Motivation, einfach nur die nächsten Cutscene zu sehen. Und wartet erst mal ab, bis ihr im ersten Bonuslevel seit. Ich kann euch versprechen, dass ihr dort erst mal den Controller zur Seite legen müsst, um wieder Luft zu holen. Man könnte natürlich kritisieren, das  die Erzählerstimme nur englisch spricht, aber auf deutsch würde das ganze nicht mal ansatzweise funktionieren. Dennoch gibt es die Option deutsche Untertitel anzuschalten. Auch die anpassbaren Köpfe des Charakters strotzen nur so vor Humor. Mal hat man eine Katze auf dem Kopf oder auch mal das Gesicht eines transsexuellen Botoxopfers. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Gegnerdesign ist auch immer für einen Lacher gut. Denn welches andere Spiel bietet einen goldenen Wal, fette Rentiere oder einen japanischen Yenhai? Zudem wird der Fäkalhumor bei The Behemoth-  sowieso schon seit Jahren – immer wieder in den Vordergrund gestellt. Die Kacke ist förmlich am dampfen!

Hilfe erwünscht, aber nicht benötigt

Koop der feinen Art!

Als letztes gehe ich auf den großartigen Koopmodus ein. Wer die Story schon alleine durchgespielt hat, kann sich online/offline einen Kumpel schnappen und die Story nochmal zusammen spielen. Das heißt man bekommt nochmal acht Akte, mit neuen Kapiteln, welche nur zu zweit lösbar sind. Ob man sich beim Rätsel lösen hilft oder sich einfach nur gegenseitig sinnlos in den Tod stürzt, bleibt einem offen. Selbst wenn man versucht, seriös zu spielen, passieren einem immer wieder unfreiwillig komische Dinge, welche das Kooperlebnis um ein tausendfaches verbessern. Eine gute Zeit ist garantiert! Wer aber lieber gegen Menschen statt mit Menschen spielt, ist mit dem Onlinemodus bedient. Hier gibt es verschiedene Modi, welche von einem fußballähnlichen Spiel bis zu einem Zeitrennen reichen. Hier läuft das Matchmaking recht schnell und flüssig. Und die Runden dauern nicht zu lang, so dass man immer mal wieder eine spielen kann.

Wieso liest du das hier? Kauf einfach das Spiel!

Ich habe jetzt auch keine Zeit mehr für viele Worte, denn ich muss weiterspielen und ein paar Diamanten sammeln. Wer also auf herausfordernde Plattformer steht, mal wieder Koop spielen will und ab und zu mal lacht, greift sofort für 1200 Microsoft Points zu und unterstützt somit die großartigen The Behemoth. Alle anderen gehen weiterhin zum lachen in den Keller.

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Battleblock Theater was last modified: April 14th, 2013 by Dennis Schatteburg

Durchtrainiert, braungebrannt, Hundert Kilo Hantelbank. Kommen wir aber nun zu den Punkten, die mich ausmachen: Lustig, verplant & musikinteressiert. Wenn ich also nicht gerade auf einem Konzert oder einem Festival bin, findet man mich beim Zocken oder bei einem langen Strandspaziergang mit Joe.