Der dunkle Ritter prügelt sich wieder über die Bildschirme der Telltale-Fans. In der zweiten Episode des Abenteuers rund um Bruce Wayne und sein Alter Ego Batman, stoßen wir auf die gleichen Probleme, wie schon in der ersten, dafür erfahren wir allerhand Neues über den Tod von Bruce und Martha Wayne.

Die Telltale-Spiele sind wirklich nicht hübsch. Klar, die Dinger laufen mittlerweile mit 1080p, aber toll sieht das alles nicht aus. Der grafische Stil hat sich mittlerweile doch etwas abgenutzt, und wenn man sieht, was andere Studios mit der gleichen Hardware anstellen, kann man sich nur die Augen reiben. Zumal die Adventures von Telltale alles andere als performant laufen. Nicht nur Ruckler, sondern regelrechte Hänger sorgen dafür, dass der Fokus von der doch recht interessanten Story auf das Daumenkino gelenkt wird, das da über den Bildschirm flimmert. Und das gerade in Sequenzen, in denen man selber Hand anlegen muss. Und wenn das Spiel dann noch (auf der PlayStation 4) mit einer Fehlermeldung den Dienst quittiert, frage ich mich ernsthaft, warum so gravierende technische Mängel auftreten können.

Die zweite Episode des Batman-Abenteuers ist alles andere als fordernd. Sehr wenige Kampfsequenzen und das Wegfallen des detektivischen Teils, den ich in der Vorgängerepisode sehr genossen habe, reduzieren das Gameplay in weiten Strecken auf Dialogoptionen, die nicht wirklich einen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte zu haben scheinen. Marginale Entscheidungen ohne Gewicht sozusagen, was aber daran liegt, dass hier die Grundessenz der Story weitergestrickt wird.

Beispielsweise gewinnen wir neue Erkenntnisse über Bruces Eltern, ihr forciertes Ableben und die Verbindungen zu Falcone und Bürgermeister Hill, die ja den Cliffhanger in Episode 1 darstellten. Das Ganze hat wirklich Potenzial, sich zu einer großartigen, einzigartigen Batman-Story zu entwickeln. Hoffen wir also, dass Telltale das in letzten drei Episoden nicht noch gegen die Wand fährt.

Diese Episode habe ich erstmalig mit deutschen Untertiteln gespielt, weil ich zu faul war, diese auszuschalten. Und ich muss sagen, dass hier zum Teil – eine Seltenheit für Telltale-Adventures – gute Arbeit geleistet wurde. Andererseits entdecke ich hier auch oft falsche Übersetzungen und Dinge, die so überhaupt nicht gesagt wurden. Sehr verwirrend und tatsächlich ärgere ich mich mehr darüber als ich sollte. Immerhin wird der Tiefpunkt der Walking-Dead-Reihe hier an keinem Punkt erreicht und man kann zumindest zu 99% verstehen, was hier gemeint ist (wenn man es denn braucht).

Schlechte Performance und Abstürze, dafür eine tolle Story und großartige Sprecher. Man kann ja viel über Telltale sagen, aber nicht, dass sie nicht konsequent sind. Das ruckelige Erfolgsrezept wird auch in der zweiten Episode der Batman-Reihe wieder aufgegriffen und sorgt unterm Strich für ein gemischtes Gefühl. Ich will trotz aller Probleme weiterspielen und wissen, wie es ausgeht!

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Batman – The Telltale Series – Episode 2 was last modified: September 21st, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.