Ein Junge wacht auf und bemerkt, dass die Welt zerstört wurde. Die einzige Hoffnung: Die „Bastion“. Standardschraddel oder Meisterwerk?

Nur die Ruhe – die Welt ist nicht gänzlich zerstört. Überbleibsel treiben immer noch herum und bergen in ihrem Inneren „Kerne“, die die Bastion wieder reaktivieren können. Was läge also näher, als sich Kampfhammer und Bogen zu schnappen und in den Kampf gegen böse Mächte zu ziehen und diese Kerne zu besorgen?

Was beim Spielstart als erstes auffällt sind die hervorragenden, handgezeichneten Grafiken in Full-HD. Obschon wir hier eine Hommage an die „gute alte Zeit“ vor uns haben – das gemäldeartige Design ist erste Sahne und ist Balsam für entzündete Augäpfel. Jeder Pinselstrich ist an der richtigen Stelle und unterstreicht die Atmosphäre des Spiels. Damit auch die Ohren voll auf ihre Kosten kommen, wurde „Bastion“ ein Erzähler spendiert. Dieser ersetzt nicht nur lästige Zwischensequenzen sondern kommentiert fast jeden Schritt, den ihr macht, auch wenn ihr nur herumsteht. Klingt vom Prinzip her unglaublich nervig, aber in der Praxis ist das einfach nur cool. Abgesehen davon macht Logan Cunningham hier einen fantastischen Job.

Das Spielprinzip des Action-RPGs ist simpel: Mit zwei Waffen und einer Spezialattacke im Equipment geht’s auf die Reise durch die Spielwelt. Es müssen Monster erschlagen und Heiltränke getrunken werden. Einen Kern pro Spielwelt gilt es zu besorgen und wieder zur Bastion zu bringen. Diese Kerne werden in der Regel durch einen Bosskampf, der sich aber niemals als zu schwer herausstelt, freigeschaltet. Durch das Zurückbringen der Kerne baut man einerseits die hochgelobte Bastion wieder auf, und auf der anderen Seite kann dadurch auf selbiger bestimmte Häuser errichten. Beispielsweise die Schmiede, um Waffen aufzuwerten oder die Waffenkammer, um seine Waffen gegen andere aus dem Arsenal auszutauschen. Jede freigeschaltete Waffe bringt einen Trainingslevel mit sich, der als Belohnung für bestimmte Leistungen, Upgrades für die jeweiligen Schwerter, Bögen oder Pistolen bereithält.

Die Wahl der Waffen und derer Upgrades ist nicht die einzige Art, den Spielverlauf zu beeinflussen. Mit jeder neuen Stufe, die der Spieler erreicht, wird ein Slot für eine passive Fähigkeit (z.B. + 10% Critchance) freigeschaltet.

Kaum zu glauben: „Bastion“ ist der Debuttitel des Indie-Studios „Supergiant Games“ und für 13,99 Euro im Steam-Store zu kaufen. Stundenlanger Spielspaß im Vollpreis-Format für wirklich kleines Geld. Spitze!

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Bastion was last modified: August 31st, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.