General Asura wurde verraten und verkauft. Ziemlich angepisst steigt er 12.000 Jahre später aus der Unterwelt empor und führt seinen neuesten Fausttanz auf. Klingt awesome? Oder ist das total dämlich?

„Neues Spiel“. Start. Ich lehne mich zurück und freue mich über ein hübsches Introvideo. Ich habe keine Ahnung, was hier abgeht, aber es sieht geil aus. Irgendwer kämpft gegen irgendwen. Im Weltall. Mittendrin Asura, der Charakter, in dessen Rolle der Spieler später schlüpft.

Er fliegt mit einer Selbstverständlichkeit ohne Raumanzug im luftleeren Raum herum, die sonst nur Superman an den Tag legt. Doch das Zurücklehnen und Genießen hat ein jähes Ende als ich mitten im Intro aufgefordert werde, ein Quick-Time-Event (QTE) auszuführen. Heißt, ich muss so schnell wie möglich „Y“ drücken, dann ganz schnell „B“ spammen und später die Analogsticks im Kreis herumwirbeln. Ja, genau – das ist so sinnlos wie es klingt.

Während die fast schon epische Schlacht im All so ihren Lauf nimmt, bin ich aber mittlerweile fasziniert von dem, was man in „normalen“ Spielen in der Regel wohl „Gameplay“ nennt. Im Grunde schaue ich einen Anime, bei ich ich ab und an aufgefordert werde, einen Knopf zu drücken. Dieser Anime ist bildgewaltig und brutal, hier wird genretypisch rumgebrüllt, endlos aufgepowert und im Off sinnloser Durchfall gequatscht wie man es aus dem RTL2-Nachmittagsprogramm gewohnt ist.

„Ich brauch grade mal 12K Jahre für mich!“

Asura’s Wrath steht da in großen Lettern auf der Hülle des Spiels; und ich denke: „Jo, passt…“

Asura ist nämlich auf’s Übelste angepisst, nachdem er von seinen Prügelkollegen verraten wurde. Also läuft er weg und versteckt sich 12.000 Jahre lang in der Unterwelt. Oder irgendwie so was. Wer jetzt noch die nächste halbstündige Zwischensequenz übersteht (ja, QTEs inklusive), der darf auch endlich mal den ersten ernstzunehmenden Boss verhauen.

Das Prinzip der Kämpfe ist immer gleich. Zwischen den Cutscenes darf man einen überdimensionalen Bösewicht verdreschen. Der Kampf dauert in der Regel genauso lange, wie es dauert, Asuras Wutbalken zu füllen und den Wutmodus zu aktivieren. Im Wutmodus hat Asura dann sechs Arme mit denen er dann genauso viele Sorten Scheiße aus seinem Gegenüber prügelt. Natürlich nicht ohne QTEs. Kampf vorbei, nächste Cutscene.

„I’ll be back!“

Fans der fernöstlichen Populärkultur werden hier mit Freudentränen die DVD ins Laufwerk legen, für alle anderen ist Asura’s Wrath eine willkommene Abwechslung vom ewig gleichen Shooterkloppmist. Wer jedes mal, wenn Asura wütend einen Arnie-mäßigen Schrei loslässt (NNnnarrghhll!) einen Klaren kippt, der wird die mageren 8 Stunden Spielzeit (wahrscheinlich geschätzte 2 Stunden, wenn man alles Cutscenes überspringt) wohl nicht ohne Notarzt überstehen.

Alles im Allem: Ich sitze mit einem debilen Grinsen im Gesicht, ob der epischen Kämpfe, auf der Couch im arrcade-Hauptquartier und drücke mich von einem Event zum nächsten. Es macht unheimlich Spaß, auch wenn man ziemlich ahnungslos, was eigentlich grade abgeht, irgendwem in die Klöten boxt und komplette Planeten vernichtet. Absolut Over-the-Top, aber sonst wär’s ja auch langweilig…

Auch interessant

Asura’s Wrath was last modified: Mai 4th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.