Mit New Southern von Anti-Mortem flattert dieser Tage ein Groovemonster ins Haus, das sich im Plattenschrank nahtlos zwischen Black Label Society und Down einreiht. Die grobe Ausrichtung der Band aus Oklahoma könnte man mit Southern Metal umschreiben, will heißen: Der Skynyrd-Spirit wird modern interpretiert und mit einer lässigen Heavyness dargeboten, die einen direkt auf die Veranda einer Moonshine-Brennerei katapultiert.

Die Jungspunde um Frontmann Larado Romo präsentieren sich vielseitig und schrecken auch vor Alternative-Anklängen nicht zurück. Gemäßigte Stücke wie Black Heartbeat machen zwischen den härteren Brocken eine gute Figur und lassen über die Spielzeit von knapp 47 Minuten keine Langeweile aufkommen.

Das Durchschnittsalter von grade mal 21 Jahren merkt man der Truppe zu keinem Zeitpunkt an, vielmehr wähnt man hier bärtige Trucker am Werk, die in ihrem Leben schon so manchen Camaro von der Straße geschubst haben. Das Spiel mit den Hooks, schweren Riffs und eingängigen Refrains wird bereits perfekt beherrscht, da fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, dass der Großteil des Materials im deftigen Mid-Tempo gehalten ist.

Als persönlichen Anspieltipp möchte ich an dieser Stelle den Track Hate Automatic nennen, der die songwriterischen Qualitäten des Südstaatenfünfers unter Beweis stellt. Produzent Bob Marlette, der auch schon ähnlich gelagerten Acts wie Black Stone Cherry zur Seite stand, verpasste dem Quintett einen amtlichen Sound, der die Durchschlagskraft von Songs wie 100% Pure American Rage ohne Verluste ins heimische Wohnzimmer (wahlweise auch ins Auto) überträgt. Transparenz ist hier das Stichwort, besonders die tiefen Tunings der Gitarren, wie sie beispielsweise auch bei Mastodon gerne verwendet werden, klingen druckvoll und differenziert, behalten dabei aber immer noch diesen gewissen dreckigen Unterton, der einen ständig zum mitbangen und faustballen animiert. Abgerundet wird die Scheibe mit einem sehr amerikanischen Cover, das getrost als zeitgemäßer Tribut an die klassischen Molly Hatchet-Alben durchgeht.

Alles in allem eine gelungene Mischung, die hoffentlich in naher Zukunft ihren Weg auf deutsche Bühnen finden wird. Mehr davon! Und bitte eine Flasche Moonshine dazu…

Hier das Video zu Stagnant Waters:

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Anti-Mortem – New Southern was last modified: Mai 14th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.