Das neue Amon Amarth-Album Jomsviking zu besprechen, ohne dabei miese Wortspielchen mit Wikingern und Met zu kreieren, stellt ein schwieriges Unterfangen dar… Versuchen will ich es trotzdem!

Ambition heißt das Zauberwort, mit dem man Jomsviking wohl am besten bezeichnet. Es stellt das erste Konzeptalbum in der Bandgeschichte dar, in dem die Geschichte eines Mannes erzählt wird, der für die Liebe seines Lebens einen Mord begeht und daraufhin aus seinem Dorf verbannt wird. Er schließt sich folglich den Jomswikingern an, einer Art Söldnertruppe, die auf historischem Vorbild basiert. Die Story stammt aus der Feder von Shouter Johan Hegg und wurde danach musikalisch von der Band umgesetzt. Lest hierzu auch unser Interview mit Axtschwinger Johan Söderberg.

Musikalisch wird der Weg fortgeführt, den man schon auf Deceiver Of The Gods eingeschlagen hat. Klassischer Heavy Metal nimmt mehr und mehr zu, ohne jedoch an Aggressivität und Heavyness einzubüßen. First Kill, der Opener des Albums, ist ein typischer Amon Amarth-Track, der auch auf jedem der drei Vorgängeralben eine gute Figur abgegeben hätte. Zu meinen persönlichen Favoriten zählt zweifelsohne der Track On A Sea Of Blood, der mit einem thrashigen Riff aufwarten kann und gleichzeitig die Twingitarrenharmonien perfekt zur Geltung bringt.

One Against All und Raise Your Horns überzeugen mit Gangshouts und Mitgröhl-Refrains, die live sicher eine gute Figur neben Pursuit Of Vikings oder Death In Fire machen werden.

Produziert wurde das Album auch diesmal wieder von Andy Sneap, der erneut einen superben Job an den Reglern abgeliefert hat.

Mit Doro Pesch zauberten die Schweden außerdem einen ganz besonderen Gastauftritt aus dem Methorn (Ha, jetzt hat sich doch noch ein schlechter Gag eingeschlichen!), mit dem wohl niemand gerechnet hat. Ihr Duett mit Johan Hegg auf dem vorletzten Titel A Dream That Cannot Be funktioniert wunderbar, grade weil sie sich mit ihrer Metalröhre stimmgewaltig gegen Johan’s Organ behaupten kann. Überhaupt hat der Frontmann enorm an sich gearbeitet, nie grunzte er verständlicher seine Texte gegen den Wind. Den Puristen mag das schon zu wenig Death Metal sein, aber die würden eh nicht zugeben, dass sie Amon Amarth heimlich doch auf dem iPod mitführen…

Ein stimmungsvolles Bild von Tom Thiel, der auch für einige andere Albumcover der Band verantwortlich ist, rundet die Scheibe ab. Zu sehen ist der tragische Held der Geschichte, während er gemeinsam mit den titelgebenden Jomswikingern in die Schlacht stürmt.

Das Album wird am 25. März 2016 veröffentlicht und kann u. a. hier bestellt werden. Findige Fans versuchen zudem auf einer der zahlreichen Releaseparties ihr Glück, bei denen man das Album und einige andere Goodies abgreifen kann. Z. B. am Donnerstag, 24.03.2016 im Helvete Metalclub in Oberhausen! Außerdem gibt sich die Band am 26.03. im EMP Store zu Essen die Ehre für eine Autogrammstunde.

Seit dem 15. März kann man auch die zweite Videoauskopplung betrachten:



Fotos: Sony Music

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Amon Amarth – Jomsviking was last modified: März 22nd, 2016 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.