Da dachte wohl jemand: „Merkt eh keiner von den Suffköppen vor der heimischen Anlage!“…

Aaaaaber da haben die Herren von Airbourne die Rechnung ohne diesen Suffkopp hier gemacht! Gleich das erste Riffgewitter ist eine Neuaufnhame des Titeltracks der ersten, bisher offiziell nur in Australien erschienen Veröffentlichung. Na! Ich seh‘ schon wieder die ganzen Downloader vor mir: Wie??? Die haben noch ’ne Scheibe? Ja klar haben die noch eine!!! Sind eben echte Arbeitstiere, diese Australier. Allerdings kommt das ganze Anno 2013 doch mit wesentlich mehr Power aus den Boxen als noch zu Beginn der steilen Karriere. Puristen und Fans der ersten Stunde mögen das anders sehen, aber auf die wird jetzt mal eben geschissen.

Mit den nächsten Tracks geht’s auch schon in bester Hymnen-Manier weiter, dass dem aschgrauen Beutelbären vor Schreck der Eukalyptus wieder hoch kommt. Auch die vom Video bekannte erste Singleauskopplung Live It Up weiß zu überzeugen und bringt alle Trademarks der Band auf den Punkt. Soweit schon mal alles beim Alten. Und das ist auch gut so, um es mit den Worten eines berüchtigten Bruchpiloten aus Berlin zu sagen. Denn mal ehrlich: Wenn ich eine Band hören will, die sich immer wieder neu erfindet, hätte ich hier nicht auf Play gedrückt! Straighte Rhytmen garniert mit dem Reibeisenorgan von Frontmann Joel O’Keeffe sind in diesem Fall alles, was das Rockerherz begehrt. Gaaanz kleine Experimente gibt’s dann doch noch, nämlich in Form von Hungry: Für Airbourne-Verhältnisse recht ungewohnte Harmonien leiten den Track ein, bevor es energiegeladen weitergeht. Leider ist der Chorus dann doch etwas zu 0815 geraten, was aber von ein paar eingesprengkelten Melodieläufen wett gemacht wird.

Insgesamt lässt sich das Album kompositorisch wie auch vom Sound her als Fortsetzung des Vorgängers No Guts. No Glory. sehen (bzw. hören), kommt aber nicht ganz an dessen Gesamtklasse ran. Einzelne Tracks fallen dann im direkten Vergleich doch ein bisschen ab. Cradle to The Grave ist da so ein Kandidat, der offensichtlich das neue Bottom Of The Well werden sollte, aber dann auf der Zielgeraden doch noch irgendwo falsch abgebogen ist. Auch der Titeltrack zum Schluss lässt etwas Durchschlagskraft vermissen, die 2010 noch bis zum Schluss gegeben war (und da waren es noch reguläre 13 Songs!).

Halten wir fest: Der schwarze Wauwau bellt nicht nur, sondern beißt sich mit der Zeit auch fest, lässt aber hier und da noch ein Stöckchen liegen, dass dann vielleicht beim nächsten Album apportiert wird.

Oh, ich habe nicht einmal das Wort AC/DC, geschweige denn den Ausdruck „Thunder from Down Under“ in diesem Review verwendet. Shame on me! :p

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Airbourne – Black Dog Barking was last modified: Mai 13th, 2013 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.