Minimalismus – ob in Sachen Grafik oder Soundtrack – kann ein wirkungsvolles Stilmittel in Computerspielen sein. Doch was passiert, wenn Spielemacher an anderen Ecken sparen?

Spielemacher sind auf Sparkurs, sei es mangels Budget, Zeit oder Lust. Wichtig ist in den meisten Fällen, dass der Kunde trotzdem zufrieden mit dem Produkt ist – doch was ist, wenn am falschen Ende gespart wird?

Beispiel Battlefield 3: Während DICE wohl eins der hübschesten Games am dem momentanen Markt entwickelt, spart sich Electronic Arts als Publisher die transparente Aufklärung des Käufers darüber, welchen Eingriff die notwendige Plattform Origin in dessen Privatsphäre nimmt. Und das hagelt nicht nur auf Amazon negative Kritiken – die Absatzzahlen bleiben weit hinter dem direkten Konkurrenten Modern Warfare 3 zurück, der mit dem jüngsten Spross der Reihe Rekordumsätze fahren konnte. Transparenzminimalismus sozusagen. Um ihre hauseigene Spyware an den Mann zu bringen, fängt EA sogar mit Steam Streit an und nimmt nach und nach fast alle seiner Games aus deren Programm. Als Grund werden Update-Issues vorgeschoben. Scheinheiligkeit, ho!

Doch nicht nur hier hat Battlefield 3 einen Igel in der Tasche. Mit einer Storyline für die wohl eine sechste Klasse Realschüler angeheuert wurde kann man heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Der Plot aus dem Storydiscounter hinkt auch hier der Konkurrenz hinterher. Während Spieler über Storyminimalismus lachen, heimst MW3 einen Preis nach dem anderen ein.

Und da man bekanntlich nie genug Geld haben kann, setzt EA noch den Vertrauensminimalismus als Trumpf ein. Sämtliche „Exklusiv-Items“ aus der Limited Edition sind nun für „jeden“ frei erhältlich, was Spieler der ersten Stunde natürlich zurecht ärgert. Sollte eine Limited Edition nicht etwas Besonderes bleiben? Sollte man sich wirklich derart neppen lassen?

Mir jedenfalls hat EA damit gezeigt, dass ein hübsches Spiel nicht über Schwächen in der Unternehmensphilosophie hinwegtrösten kann. Eine Firma kann sich nicht einfach alles rausnehmen und meinen, den Kunden, der ja maßgeblich am Umsatz beteiligt ist, verarschen zu können. Nennt mich ‚Hater‘, doch das mache ich weder bei EA noch bei Apple mit.

 


Über 52 Games

Worum geht es? 52 Games ist ein Blog-Projekt, an dem sich jeder beteiligen kann. Jede Woche wird es ein vorgegebenes Thema (z.B. Soundtrack, Verfolgungsjagd, Neubeginn) geben und die Teilnehmer sind aufgefordert, ein passendes Game auszuwählen und auf ihrem Blog ein paar Zeilen darüber zu schreiben, das Spiel vorzustellen oder eine Anekdote zu erzählen. Weitere Informationen und Anmeldung im Ankündigungsbeitrag.

Wie läuft das Projekt ab? Jeden Montag wird das Thema für die jeweilige Woche ausgelost. Dann haben die Teilnehmer Zeit, ihre Beiträge zu schreiben und einen Link auf den Auslosungsartikel zu setzen, damit ich am Ende der Woche alle Beiträge finden und in diesem Artikel sammeln kann. Wie die einzelnen Wochenthemen interpretiert oder die Beiträge gestaltet werden, ist ganz den Teilnehmern überlassen. Natürlich darf man auch später noch ins Projekt einsteigen oder bei Themen aussetzen.

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52 Games – #04: Minimalismus was last modified: Februar 21st, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.