Area 51, ausbrechende Aliens, und Bruce Boxleitner – Drei Extreme, die ein cineastisches Highlight versprechen, das seinesgleichen sucht. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, bleibt abzuwarten.

Die US-amerikanische Regierung hat die Faxen dicke: Um mit den Gerüchten um Aliens innerhalb der Militärbasis „Area 51“ aufzuräumen, wird zwei Journalisten und ihren Assistenten der Zugang zur Basis gewährt. Bis hierhin schonmal absoluter Dünnschiss. Aber natürlich wird die Story noch weitaus hirnloser; Die drei Aliens, die tief im Keller eingebunkert wurden, brechen aus und veranstalten ein Trash-Schlachtfest, das Uwe Boll vor Neid grün werden lassen würde.

Nicht nur die Story ist so gehaltvoll wie das, was bei einer verstopfen Toilette oben wieder herauskommt, auch die Schauspieler, die Effekte und der Soundtrack wirken wie durch den sprichwörtlichen Arsch gezogen. Wahrscheinlich hat Bruce Boxleitners (Tron) Gage stark am Gesamtbudget geknabbert, so dass an anderen Ecken gespart werden musste. Es gibt nicht einmal Billig-CGI. Statt dessen werden die bösen Aliens durch Menschen in Gummikostümen á la Power Rangers dargestellt. Noch schnell den Praktikanten 30 Liter Kunstblut und 350 Platzpatronen im Halloween-Discounter kaufen schicken und schon kann’s losgehen.

„Es ist nicht menschlich!“

Da wird sinnlos und dilettantisch in der Gegend rumgeballert, abwechselnd einen pseudoliterarischen und einen strunzdummen Spruch gerissen, betroffen oder ängstlich in die Kamera geguckt – fertig. Das Ganze wird besonders gegen Ende unerträglich billig und kitschig, dass ein Facepalm wirklich nicht mehr reicht. Man möchte den altbekannten Augenlöffel mit wachsender Begeisterung zum Entfernen der blutenden Guckerchen immer weiter in die schmerzenden Augenhöhlen drücken und sich gleich den Hirnbereich, der einen cineastischen Anspruch produziert möglichst schnell herauslöffeln. Hier wird wirklich kein Klischee ausgelassen, es wird sich sogar in einem Ausmaß ungeniert bei Filmgrößen wie Aliens oder Das Ding aus einer anderen Welt bedient, dass man die Anwälte schon das Geld mit dem Schneepflug wegkarren hört.

Dabei steht hinter der Kamera ein großer Name. Aber dass große Namen keinen großen Film machen, sei hiermit wieder bewiesen, denn niemand anderes als Jason Connery (ja, der Sohn von DEM Sean Connery) zeichnet sich verantwortlich für dieses Stück Hirnfick. Kein Storytwist, kein Aha-Effekt. Selbst was 45 Minuten später in der Story passieren wird, ist sofort offensichtlich – trotz (oder gerade wegen) des Gestaltwandler-Aliens, das die Form jedes Menschen annehmen kann. Gestaltwandler verwendet man eigentlich immer nur dann in Filmen, wenn einem wirklich gar nichts anderes mehr einfällt. Alle Charaktere (ja, auch die Aliens) verhalten sich genau so, wie man es von ihnen erwarten würde, es gibt weder eine Charakterentwicklung noch Überraschungen jedweder Art. Da hilft auch Bruce Boxleitner nicht, der (und das mag schon was heißen) mit Abstand den besten Mimen des Stücks personifiziert.

Stünde ich vor der Wahl, mir Bloodrayne 3 oder 51 anschauen zu müssen – ich würde den Freitod wählen.

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51 was last modified: November 8th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.