Seit Jahren liefert Keanu Reeves, unser aller Matrix-Heiland und Erlöser, nur noch cineastischen Kernschrott ab. Ob das jetzt Der Tag, an dem die Erde stillstand war, oder der wahrlich schwer zu ertragende Henry & Julie – So wirkliche Knaller waren trotz der geringen Anzahl der Produktionen nicht wirklich dabei. Umso erfreuter schaute ich, als folgender Trailer meine Seh- und Horchöffnungen ereilte:

Sieht nicht sonderlich gehaltvoll aus, aber wenigstens stimmt die Action; Könnte auf Matrix in einem japanischen Setting hindeuten, immerhin spielt Keanu mit. Es gibt Drachen, Feuer, Samurai-Action – Was kann da noch schiefgehen? Um die Antwort vorweg zu nehmen: Alles. Wirklich alles.

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Ist sechs Sekunden im Film: Zombie Boy

Nicht nur wird eine der wichtigsten historischen Sagen Japans halbherzig und wortkarg auf Hollywood-esques Kino transferiert und für das nordamerikanische Publikum auf das Nötigste dezimiert, die coolen Szenen aus oben gezeigtem Trailer werden in einem völlig langweiligen Rahmen präsentiert und verlieren vollkommen ihre coole Wirkung. Ein Festival der Fazialpalmierung sozusagen.

47 Samurai, deren Fürst getötet wurde, schwören Rache und töten den Verräter. 47 Ronin in a nutshell. Mal die Continuity-Fehler und unlogisch-blöden Szenen, in denen Keanu plötzlich Superkräfte hat, außen vor gelassen: Uninspirierte Schauspieler stehen in langweiligen Kulissen herum und sagen ihren Text auf. Selbst der aggressiv propagierte Zombie Boy darf innerhalb seiner 6 Sekunden Screentime einen Satz sprechen. Der Kerl hat sein eigenes Kinoplakat bekommen!

Reeves schauspielert gewohnt unglaubwürdig; Hier wird überdeutlich, dass er tatsächlich nicht mehr als eine Rolle spielen kann. Ein lethargischer Sack voll Pathos, der sich von Szene zu Szene quält und so viel Gesichtsausdruck wie Elan besitzt: Null. Während sich die 46 anderen Schwertträger fernab seiner Position prügeln und die Ehre zurückerobern, rennt Reeves gewohnt amerikanisch hinter dem Mädchen her und bekämpft den bösen Drachen; Mehr Klischee fernab Fernost darf man sich nicht wünschen. Wenigstens bleiben uns Kirschblüten in Superzeitlupe erspart.

Alles in Allem ein Snoozefest ohne jegliche Highlights – Der Trailer ist ein trauriges Flickwerk aus Momenten, die im richtigen Kontext wirklich cool hätten werden können, aber im Film leider voll gegen die Wand gefahren wurden. Wirklich schade.

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47 Ronin was last modified: März 19th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.