Manche Fragen mich: „Joe, was magst du eigentlich an Videospielen nicht?“ Meist verweise ich dann auf diesen Artikel (klicki-klick!), in dem ich zehn Punkte aufführe, die mich zum Teil viel zu sehr an Videospielen nerven. Oft werfen erfahrene Spieler im Laufe der Konversation weitere  Punkte in den Raum, die sie persönlich stören, denen ich aber auch zustimmen muss. Daher nun die lang erwartete Ergänzung!

11. Fehlende Original-Tonspur

pic-3899Ich bin ja normalerweise jemand, der Spiele gerne auf Deutsch spielt, das gebe ich zu. Das liegt nicht an einem eventuellen mangelnden Verständnis der englischen Sprache, vielmehr erachte ich dies als Service am Leser. Außerdem bin ich oft zu faul, die Sprache umzustellen.

Aber was passiert, wenn ich mir eine miserable deutsche Synchro nicht geben möchte, weil die Sprecher einfach unter aller Kanone sind und die Originaltonspur sich nicht auf der Spieledisc befindet? Prominentestes Beispiel aus meiner Spielerkarriere war Tomb RaiderSquare Enix weigerte sich zudem, die englische Fassung per Download nachzureichen. Nora Tschirner als Lara Croft? Ich bitte euch!

12. Always Online

diablo3error37fimWer hat sich dieses Konzept ausgedacht? Mein PC muss ständig mit dem Internet verbunden sein, damit der Hersteller des Spiels, das mein Rechner gerade abspielt, sichergehen kann, dass dieses keine Raubkopie ist. Das mag war im Kopf eines CEOs, der nicht außerhalb seiner Penthouse-Blase denken kann, Sinn ergeben, für den Spieler ist es aber an sich Käse.

Ich erinnere da an das Diablo III-Desaster (Error 37), als es wochenlang nach Release nicht möglich war, das Spiel im Einzelspieler-Modus zu spielen. DRM in allen Ehren, aber gewisse Maßnahmen entbehren einfach jeglicher Logik.

13. Minigames

maxresdefaultSie mögen zum Großteil optional sein, stehen aber im Sinne der Spielzeitstreckung ganz weit oben: Minigames. Paradebeispiel für unsinnige Randspiele dürfte zweifelsohne Assassin’s Creed III darstellen. Ob das nun Mühle, Dame oder Boccia ist – Das macht vielleicht auf Meta-Ebene Spaß, aber in einem Triple-A-Titel ist das einfach nur Unsinn.

Es gibt Spielpassagen, die zwar unter die Minigames fallen, aber sinniger in das existierende Gameplay integriert werden. Mario Party – Ein Titel, der quasi eine Minispielsammlung ist, ist eine der angenehmeren Varianten.

14. Forced Slow Walking

Metal-Gear-Rising-1Ebenfalls ein beliebtes Mittel, Cutscenes zu sparen und dem Spieler dennoch die Story des Spiels aufzuzwängen: Forced Slow Walking. Dabei bekommt der Spielercharakter meist einen Anruf und führt einen Dialog, während die Laufgeschwindigkeit auf ein einschläferndes Minimum reduziert wird. Aktionen wie Springen oder Schießen sind indes gleichermaßen nicht möglich.

Ob das jetzt Gears of War, Metal Gear Rising: Revengeance, Tomb Raider oder Saint’s Row IV ist – Es nervt ein bisschen.

15. Zweiter Weltkrieg

830px-Imagen-de-Sniper-Elite-V2-18519Es reicht langsam mit Spielen, deren Setting im zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Ich muss wirklich nicht zum dreißigsten Mal den Sturm auf die Normandie spielen oder mit dem Schützenpanzer durch Sachsen-Anhalt brettern. Ohnehin ist das Kriegshelden-Einzelkämpfergenre bis zum bitteren Erbrechen ausgereizt, unabhängig davon, ob es nun 1945 oder 2014 spielt. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Es wird langsam langweilig.

Beispiele: Sniper Elite V2, Dogfight 1942, Wolfenstein

16. Unsinnige Quick Time Events

witcher_2Ich bin ja der letzte Mensch, der etwas gegen Quick Time Events hat, sofern diese denn sinnig eingesetzt werden. Schnelle Reaktionen in Kampf-Cutscenes sind Einsatzmöglichkeiten, die ich unterstütze, aber sobald ich – beispielsweise in The Witcher 2 – 30 Mal einen Button spammen muss, damit ein simpler Wandschalter umgelegt wird und Quick Time Events sonst eine absolute Rarität innerhalb des Spiels sind, dann muss ich wirklich den Kopf schütteln. QTEs um der QTEs Willen? Nein, danke!

17. Unterwasser-Level

call-of-duty-ghosts-e3-2Man möchte brechen: Unterwasserlevel sind eine Seuche, die glücklicherweise immer weniger Einzug in Videospiele findet. Alleine die verquere Physik macht so manchem Spieler das Leben schwer; Wenn dann noch chronischer Sauerstoffmangel hinzukommt: Nervig.

Ob das nun ein Plattformer im Stile von Super Mario, ein Ego-Shooter wie Call of Duty: Ghosts oder gar ein Action-Titel à la Assassin’s Creed IV: Black Flag ist – Oft findet die Frustation der Spieler hier ihren Höhepunkt. Muss absolut nicht sein!

18. Lizenzgurken

rip-the-gameEin Phänomen, das heutzutage immer noch so aktuell ist, wie vor 20 Jahren, sind die Lizenzgurken, also Spiele zu Lizenzen (Filme, Bücher, etc.), die nicht wirklich besonders viel Spaß machen – natürlich immer im direkten Vergleich. Filme wie R.I.P.D. beispielsweise, die als „Original“ schon eher im unteren Anspruchsbereich zu finden sind, stehen ihrem interaktiven Pendant selbstverständlich in nichts nach. Oft werden diese Lizenzen einfach über bestehende Spielkonzepte gebügelt, mit dem Ergebnis, dass sich der Käufer anschließend durch eine generische Spielhölle quälen muss, die oft sogar mehr Bugs aufweist, als Colonial Marines.

Dass es auch anders geht, zeigen Spiele zu Filmen wie Tim und Struppi, Cars 2 und Back to the Future.

19. Unschaffbare Achievements

Damals, als ich noch exzessives Achievement-Whoring betrieb, waren unschaffbare Achievements ein Dorn in meinem Gamerscore-Auge. Die Rede ist nicht von Achievements, die einen gewissen Grad an spielerischen Fähigkeiten erfordern, vielmehr sind jene Errungenschaften gemeint, die aufgrund abgeschalteter Live-Server und dem einhergehenden fehlenden Mehrspielermodus, nicht mehr die Möglichkeit bieten, überhaupt in die Nähe der Schaffbarkeit zu gelangen.

Beispiele: NBA2K12, Army of Two: The 40th Day, skate., Test Drive Unlimited

20. Unsichtbare Wände

Hin und wieder entschließen sich Game-Designer, einen Level nicht weiter begehbar zu machen. Und anstatt sichtbarer, sinniger Barrieren zu errichten, die den Spieler davon abhält, die Grenzen der erdachten Spielumgebung zu verlassen: Unsichtbare Wände. Wie ein Pantomine in einem billigen Fernsehsketch läuft der Protagonist gegen einen Hauch aus Nichts und wundert sich zunächst, warum ein Weiterkommen nicht möglich ist.

Dishonored, Borderlands 2, The Darkness II – Prominente Beispiele für mangelhafte Kreativität bezüglich der künstlichen Eingrenzung des Spielers.

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10 weitere Dinge, die in Videospielen nerven! was last modified: Januar 31st, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.